Portugal
Ex-Minister Catroga fordert mehr Euro-Kredite

78 Milliarden Euro stellen EU und IWF Portugal in der Krise zur Verfügung. Ex-Finanzminister Catroga fordert aber weitere Hilfen, um das Wachstum anzukurbeln.
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LissabonDer portugiesische Ex-Finanzminister Eduardo Catroga hat im Interview mit dem Handelsblatt ein Ergänzungsprogramm zu dem laufenden, 78 Milliarden Euro schweren Rettungskredit von EU und IWF gefordert. Portugal werde die geforderten Strukturreformen und die Haushaltssanierung mustergültig umsetzen.

Die Strukturreformen wirkten nicht schnell genug und Portugal müsse innerhalb der nächsten zwei Jahre wieder wachsen, sagte Catroga, der im letzten Jahr Verhandlungsführer der Regierungspartei PSD bei der Ausarbeitung des Rettungsprogramms war. Daher brauche Portugal noch „ein strategisches, über sechs Jahre laufendes Wachstumsprogramm.“

Portugal befindet sich derzeit in einer tiefen Rezession, die Arbeitslosenquote liegt bei 14 Prozent. Die portugiesische Regierung und die EU wollen eine Verschärfung der Lage wie in Griechenland vermeiden, wo die gesetzten Sparziele nicht eingehalten wurden und ein zweites Rettungspaket nötig wurde.

Nach den Worten des derzeitigen Finanzministers Vitor Gaspar erfüllt Portugal die Auflagen der internationalen Kreditgeber für das im vergangenen Jahr gewährtes Rettungspaket in Höhe von 78 Milliarden Euro. Dies hätten Schuldeninspektoren der Geldgeber bei einer zehntägigen Überprüfung festgestellt, sagte Gaspar am Dienstag. Die Inspektoren hätten „eine positive Einschätzung“ bezüglich einer Eindämmung der Schulden und wirtschaftlicher Reformen abgegeben, so Gaspar.


Anne Grüttner ist Handelsblatt-Korrespondentin in Madrid.
Anne Grüttner
Handelsblatt / Korrespondentin
Agentur
dapd 
DAPD Deutscher Auslands-Depeschendienst GmbH / Nachrichtenagentur

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