Portugal
IWF gibt über fünf Milliarden Euro frei

Portugal hat bei seinen Reformen Fortschritte gemacht und bewährte sich auch wieder am Kapitalmarkt. Der IWF gab für das angeschlagene Euroland nun mehr als fünf Milliarden Euro aus dem Rettungsprogramm frei.
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Brüssel/Helsinki/Lissabon/WashingtonDer Internationale Währungsfonds (IWF) hat grünes Licht für die Auszahlung von 5,2 Milliarden Euro aus dem Rettungsprogramm für Portugal gegeben. Der IWF attestierte dem Land am Mittwoch Fortschritte bei Haushaltsreformen wie dem Umbau staatlicher Unternehmen. Auch die Finanzmärkte bewerten die Entwicklung in Portugal derzeit positiv: Das Land konnte sich zuletzt auch am Kapitalmarkt wieder Kredite beschaffen. Das Nachbarland Spanien dagegen hat zuletzt deutlich an Glaubwürdigkeit eingebüßt.

Dem angeschlagenen Euroland gelang am Mittwoch ein erster Härtetest am Finanzmarkt seit der Inanspruchnahme des Euro-Rettungsschirms. Unter den Hammer kamen 18-monatige Geldmarktpapiere, die bei der Versteigerung auf reges Interesse der Investoren stießen. Eine Milliarde Euro floss dabei nach Angaben der Schuldenagentur Portugals in die Staatskasse. Bei einer 2,6-fachen Überzeichnung hätte der hoch verschuldete Staat mehr als doppelt so viele Papiere wie anvisiert losschlagen können. Allerdings lag die Verzinsung mit 4,537 Prozent vergleichsweise hoch. Bezogen auf die länger laufenden Staatsanleihen ist Portugal aber wegen der Hilfsmilliarden noch nicht auf die Staatsfinanzierung über die Finanzmärkte angewiesen.

Das Rettungsprogramm von EU und IWF für Portugal umfasst insgesamt 78 Milliarden Euro. EU-Währungskommissar Olli Rehn hält jedoch zusätzliche Hilfen für denkbar. Die EU sollte bereit ein, irgendwann in der Zukunft mehr Hilfen für das Land zur Verfügung zu stellen. Der Finne sagte zu dem finnischen TV-Sender MTV 3: „Für die EU ist es weise, vorbereitet zu sein, dass eine Art Brücke gebaut werden muss, wenn Portugal an die Märkte zurückkommt.“ Auf Details ging Rehn nicht ein.

Der Sprecher Rehns sagte am Mittwoch in Brüssel, nach bisherigen Plänen werde Lissabon 2014 wieder komplett auf die Finanzierung der Märkte angewiesen sein. Rehns Bemerkung sei als ein Ausdruck der Verpflichtung der Kommission gegenüber Lissabon zu verstehen. „Portugal hat und wird die Unterstützung der Kommission und der (EU-) Institutionen haben.“ Der Sprecher sagte: „Das Programm ist auf der Spur.“ Auf den Märkten war darüber spekuliert worden, dass das Programm wegen der schlechten Konjunkturlage möglicherweise nicht reichen könnte. Der Vize-Chef der EU-Delegation zur Überwachung Portugals, Peter Weiss, hatte erst am Dienstag gesagt, Portugal werde nach Annahme der Behörde kein zweites Unterstützungsprogramm benötigen.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Portugal : IWF gibt über fünf Milliarden Euro frei"

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  • Wie vereinbart sich das mit den Beteuerungen des
    Portugiesischen Finanzminsters keine weiteren Hilfs-
    programme zu benötigen?
    Welche Fortschritte wurden gemacht? Bedeuten die Re-
    formen etwa, daß man eine zweite Turbonotenpresse
    installiert hat über die man seit 2007 die Leistungs-
    bilanzdefizite kompensiert? So kann davon ausgegangen
    werden, da keine konkreten Zahlen und Hinweise zu
    einer Wirtschaftserholung genannt werden, daß das
    Schneeballsystem mit dem nicht floatbaren Euro weiter-
    hin fortgesetzt wird.

  • Der Betrug vor unseren Augen kann monströser nicht sein! Der IWF vergibt die "Kredite" mit unendlicher Laufzeit und Nullzinsen an Grattlerländer wie Griechenland und Portugal. Wir haben erst kürzlich 40 Mrd in den IWF einbezahlt. Warum die "Kredite" benötigt werden? ganz einfach: die Quote für den ESM beträgt für Griechenland 19,7 Mrd und für Portugal 17,6 Mrd. Nachdem beide Länder nicht mehr Kapitalmarktfähig sind, aber unbedingt in der EU gehlaten werden sollen, kommt das Geld halt vom IWF. Man greift sich ans Hirn! Deutschland zahlt indirekt die Beiträge der Pleitiers, um anschließend weiter ausgenommen zu werden. Es bedarf dringend einer Opposition um diesen gigantischen Betrug aufzudecken und die CDU/CSU endlich in die Wüste zu schicken - die FDP ist da schon

  • Richtig. Genau so ist es.
    „Auf den Märkten war darüber spekuliert worden, dass das Programm wegen der schlechten Konjunkturlage möglicherweise nicht reichen könnte.“
    Kein Wort zu Arbeitslosenzahlen. Kein Wort über die Binnenkonjunktur. Kein Wort über die Armut, in die die Bevölkerung Portugals gestoßen wird.
    Wollen die uns veräppeln?
    Portugal ist nach Griechnland nur das nächste Land auf der Liste der Volksvernichter aus der Finanzbranche.

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