Portugal
Premier Coelho holt Ökonom Gaspar an Bord

Portugals neue Regierung steht und wird am Dienstag eingeschworen. Eine Schlüsselfigur in dem nur aus elf Ministern bestehenden Kabinett ist der neue Finanzminister Gaspar - ein alter Bekannter in Europas Finanzpolitik.
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MadridGaspar wird als neuer portugiesischer Finanzminister maßgeblich für die Umsetzung des 78 Milliarden Euro schweren Rettungsprogramms zuständig sein. Premier Pedro Passos Coelho wählte für diese schwere Aufgabe einen unabhängigen Experten mit sehr europäischem Profil: Vítor Gaspar, Ökonom mit Doktortitel von der Universidade Nova de Lisboa, leitete von 1998 bis 2004 die Research-Abteilung der EZB. Von dort beobachtete er aus nächster Nähe die Einführung des Euro. Eines von Gaspars zahlreichen Büchern beschäftigt sich auch mit den ersten zehn Jahren des Euro.

Gute Beziehungen zur künftigen Regierungspartei PSD nützten ihm schon früher: Bis Februar 2010 arbeitete der Portugiese als Leiter des „Bureau of European Policy Advisers (BEPA) direkt dem EU-Kommissionspräsidenten José Manuel Barroso zu, vormals portugiesischer Regierungschef von der PSD. Nachdem Gaspar letztes Jahr kurzzeitig für den Posten des EZB-Vizepräsidenten im Gespräch war, wurde er schließlich Berater der Banco de Portugal.

Auch der Posten des Wirtschaftsministers wird von einem parteiunabhängigen Akademiker besetzt. Àlvaro Santos Pereira unterrichtet seit 2997 Wirtschaftspolitik an der kanadischen Simon Fraser Universität, wo er auch seinen Doktortitel machte. Zuvor lehrte der eifrige Blogger und Kolumnist Ökonomie an den Universitäten York und British Columbia.

Außenminister wird Paulo Portas, Chef der christdemokratischen CDS, die mit Passos Coelho und seiner PSD eine Koalitionsregierung bilden wird.

Anne Grüttner ist Handelsblatt-Korrespondentin in Madrid.
Anne Grüttner
Handelsblatt / Korrespondentin

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  • "Kaum jemand wird einer Gruppierung, die die Welt für eine Scheibe hält, ein brauchbares Programm zur Erkundung des Weltraums zutrauen, und so sollte auch keiner Disziplin, die zeitlich unbegrenztes exponentielles Wachstum für realisierbar hält, eine Steuerung unseres Wirtschaftsgeschehens überlassen werden.
    ...Zunächst muss daher allgemein erkannt und anerkannt werden, dass bei den gegenwärtigen Geldordnungen ein grundlegender und gravierender Fehler vorliegt, der die gesamte Gesellschaft destabilisieren wird": http://www.deweles.de/files/mathematik.pdf

    Dr. Jürgen Kremer, Prof. für Wirtschaftsmathematik

    Eine Menschheit, die bereits Raumfahrt betreibt, hat etwas im Grunde so Einfaches wie das Geld bis heute nicht verstanden. Daher ist es ist irrelevant, was die "hohe Politik" beschließt oder nicht beschließt. Wenn das Geld selbst fehlerhaft ist, gibt es keine wie auch immer geartete "Finanzpolitik", um den bevorstehenden Zusammenbruch des Zinsgeld-Kreislaufs aufzuhalten. Seit Herbst 2008 verbleiben genau drei Möglichkeiten:

    Das Ende mit Schrecken (finaler Atomkrieg)
    Der Schrecken ohne Ende (globale Liquiditätsfalle)
    Die Natürliche Wirtschaftsordnung (echte Soziale Marktwirtschaft)

    "Genau drei Möglichkeiten" heißt: eine vierte gibt es nicht. Über die erste Möglichkeit gibt es nichts zu sagen, die zweite ist das Lieblingsthema aller Crash-Phantasten und die dritte ist wahrscheinlich. Der Crash-Phantast, der "zur Sicherheit" noch ein paar Goldklötzchen bunkert, weiß nicht, was es bedeutet, wenn in einer globalisierten Zinsgeld-Ökonomie mit über 6.500.000.000 Menschen der Geldkreislauf - und damit die Arbeitsteilung - mitgekoppelt zusammenbricht. Die Heilige Schrift bezeichnet dieses Ereignis als "Armageddon".

    Für die Beendigung der "Finanzkrise" und den anschließenden, eigentlichen Beginn der menschlichen Zivilisation bedarf es der "Auferstehung der Toten": http://www.deweles.de/willkommen.html

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