Portugal
Staatsverschuldung nimmt wieder zu

Die Staatsverschuldung in Portugal ist im vergangenen Jahr auf 130,5 Prozent der Wirtschaftsleistung gestiegen. Das teilte die portugiesische Zentralbank am Dienstag mit. Die Regierung hatte mit 127,7 Prozent gerechnet.
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LissabonBei der Haushaltskonsolidierung hat Portugal einen Dämpfer hinnehmen müssen. Die Staatsverschuldung stieg im vergangenen Jahr auf 130,5 Prozent der Wirtschaftsleistung, wie die Zentralbank des südeuropäischen Landes am Dienstag mitteilte. Die Regierung war von lediglich 127,7 Prozent ausgegangen. Zum Ende des dritten Quartals waren die Staatsschulden sogar vorübergehend auf 133,4 Prozent geklettert. Im Jahr 2015 betrug die Quote 129 Prozent, 2014 sogar rekordhohe 130,6 Prozent. In der EU gilt eigentlich eine Obergrenze von 60 Prozent.

Die sozialistische Regierung senkte nach eigenen Angaben das Haushaltsdefizit im vergangenen Jahr auf 2,1 Prozent des Bruttoinlandsprodukts von 4,4 Prozent 2015. Damit bleibt das Land unter der Drei-Prozent-Schwelle, unter der sich ein Mitglied der Euro-Zone offiziell bewegen darf. Für dieses Jahr erwartet die Regierung in Lissabon einen weiteren Rückgang des Defizits und der Staatsverschuldung. Portugal, das 2014 nach einer schweren Krise ein internationales Rettungsprogramm verlassen konnte, zählt zusammen mit Italien zu den am höchsten verschuldeten Volkswirtschaften in der Euro-Zone hinter Griechenland.

In der Schuldenkrise hatte das Euro-Land insgesamt 78 Milliarden Euro von der Europäischen Union und dem Internationalen Währungsfonds erhalten. Etwa ein Drittel stammt vom Währungsfonds, der dafür höhere Zinsen verlangt als die EU. Seit 2015 zahlt Portugal den IWF-Anteil vorzeitig zurück mit Geldern, die es zu günstigeren Konditionen am Markt aufnehmen konnte.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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