Positive Konjunktursignale: US-Arbeitsmarkt berappelt sich

Positive Konjunktursignale
US-Arbeitsmarkt berappelt sich

Weniger Anträge auf Arbeitslosenhilfe, ein geringfügiger Anstieg der Produktivität: Die Zeichen für eine Erholung der US-Wirtschaft mehren sich. Um die steigende Nachfrage zu bedienen, müssen die Firmen mehr einstellen.
  • 0

WashingtonEin weiterer Lichtblick auf dem bislang trüben US-Arbeitsmarkt schürt Hoffnungen auf eine Erholung der weltgrößten Volkswirtschaft. In der vergangenen Woche beantragten so wenig US-Bürger Arbeitslosenhilfe wie seit dem Ausbruch der Finanzkrise vor zweieinhalb Jahren nicht mehr. Ein zögerlicher Anstieg der Produktivität signalisierte am Donnerstag ebenfalls, dass die Firmen bald wieder mehr Personal einstellen müssen, um die wachsende Nachfrage zu befriedigen. „Der US-Arbeitsmarkt kommt wieder auf die Beine“, resümierte Volkswirt Krishen Rangasamy von CIBC World Markets. Auch von anderer Stelle gab es gute Neuigkeiten: Die US-Dienstleister wachsen so schnell wie seit fünf Jahren nicht mehr.  

Der Entwicklung des US-Arbeitsmarktes kommt so viel Bedeutung zu, weil 70 Prozent der US-Wirtschaft vom Konsum abhängen. Die seit der Finanz- und Wirtschaftskrise störrisch hohe Arbeitslosigkeit ist deshalb ein echter Bremsklotz für die weltgrößte Volkswirtschaft. Aus diesem Grund sorgten die Arbeitsmarktdaten für einen Kurssprung an den Aktienmärkten beiderseits des Atlantiks. In der Woche zum 26. Februar stellten 368.000 Menschen einen Erstantrag auf Arbeitslosenhilfe - 20.000 weniger als in der Vorwoche und 300.000 weniger als Volkswirte erwartet hatten. Zuletzt hatten im Mai 2008 so wenige Amerikaner die Hilfe beantragt. Der Vier-Wochen-Schnitt sank ebenfalls erstmals seit gut zwei Jahren auf unter 400.000.  

Die Produktivität - ein Maß für die durchschnittliche Produktion je geleisteter Arbeitsstunde - legte am Jahresende lediglich um 2,6 Prozent zu. Zum Ende der Rezession betrug das Wachstum hier fast neun Prozent, weil Firmen massenhaft Personal entließen und deshalb die Zahl der Arbeitsstunden kräftig sank. „Die Firmen können nicht mehr aus ihrem gegenwärtigen Personal herausholen“, erklärte der Ökonom Ryan Sweet von Moody's Analytics - ein Indiz dafür, dass sie bald wieder mehr Leute einstellen müssen.  

Der Service-Index des Institute for Supply Management (ISM) kletterte im Februar auf 59,7 von 59,4 Zählern und signalisierte damit, dass die Dienstleister ihr ohnehin kräftiges Wachstum weiter beschleunigten.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Positive Konjunktursignale: US-Arbeitsmarkt berappelt sich"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%