Positive Stimmung in der Wirtschaft
Rürup: 2004 Defizit unter drei Prozent möglich

Als einer der ersten namhaften Wirtschaftsforscher hat der Wirtschaftsweise Bert Rürup es als möglich bezeichnet, dass Deutschland im kommenden Jahr das EU-Defizitkriterium doch noch einhalten könnte.

Reuters BERLIN. Das Mitglied des Sachverständigenrates zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung sagte am Donnerstag in Berlin, wenn die positive Stimmung in der Wirtschaft sich ins Reale umsetze, dann könne es möglich sein, 2004 die europäisch vereinbarte Defizitobergrenze von drei Prozent des Bruttoinlandproduktes einzuhalten. Rürup folgte damit Einschätzungen der Bundesregierung, die eine Neuverschuldung unterhalb dieser Grenze anstrebt und als möglich bezeichnet.

Die Stimmungsindikatoren zeigten derzeit deutliche Anzeichen für einen Aufschwung, sagte Rürup. Zugleich schränkte er jedoch ein: „Realwirtschaftlich haben wir das noch nicht.“ Für 2003 bezeichnete Rürup eine Defizitquote von 3,8 Prozent als durchaus möglich. Damit würde Deutschland nach 2002 zum zweiten Mal in Folge den Maastrichter Vertrag verletzen.

Das Bundesfinanzministerium wird nach Angaben aus Regierungskreisen Ende der Woche eine Schätzung von 3,8 Prozent an die EU-Kommission melden. Einen Ausblick auf die Entwicklung der Neuverschuldung im kommenden Jahr wird der turnusmäßig fällige Bericht nicht erhalten. Dieser wird erst im Stabilitätsprogramm Ende des Jahres gegeben.

In einem Reuters vorliegenden Entwurf für den im September fälligen Wirtschaftsausblick des Internationalen Währungsfonds (IWF) gehen die Experten ebenso wie die meisten Analysten und Wirtschaftswissenschaftler davon aus, dass Deutschland auch 2004 seine Neuverschuldung nicht unter drei Prozent wird halten können. Der IWF etwa rechnet in dem Papier mit einem Defizit von 3,9 Prozent.

In seinen Äußerungen bezog sich Rürup offenbar unter anderem auf den Ifo-Geschäftsklimaindex, der ein Schlüsselindikator für die künftige Wirtschaftsentwicklung in Deutschland ist. Der Index stieg im August den vierten Monat in Folge, wobei die Firmen anders als zuletzt auch ihre derzeitige Situation besser als zuvor beurteilten.

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