Positive Überraschung
Griechische Wirtschaft schrumpft langsamer

Entgegen Befürchtungen vieler Ökonomen erreicht der Rückgang der griechischen Wirtschaft nicht ganz 5 Prozent. Das Land konnte seine Ausgaben senken. Dennoch rechnet die Bundesbank wohl mit einem weiteren Hilfspaket.
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AthenDie griechische Wirtschaft ist im zweiten Quartal nicht so stark eingebrochen wie befürchtet. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) fiel zwischen April und Juni um 4,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahresquartal, wie das Statistikamt Elstat am Montag in Athen mitteilte. Das ist der kleinste Rückgang seit knapp zwei Jahren. Von Reuters befragte Ökonomen hatten im Schnitt ein Minus von 5,0 Prozent erwartet. Im ersten Vierteljahr war die Wirtschaft noch um 5,6 Prozent geschrumpft.

Griechenland steckt seit 2008 tief in der Rezession und hängt seit 2010 am Finanztropf seiner Euro-Partner. Die EU-Kommission sagt für 2013 noch einmal ein Schrumpfen der Wirtschaft um 4,2 Prozent voraus, nachdem es 2012 noch um 6,4 und 2011 sogar um 7,1 Prozent nach unten gegangen war. 2014 soll es dann wieder ein leichtes Wachstum von 0,6 Prozent geben.

Griechenland macht Fortschritte bei der Sanierung seiner Staatsfinanzen. Die Regierung schaffte von Januar bis Juli einen Überschuss im Primärhaushalt von rund 2,6 Milliarden Euro, sagte Finanzstaatssekretär Christos Staikouras in Athen. Die ursprüngliche Planung sei von einem Defizit von 3,1 Milliarden Euro ausgegangen. Im sogenannten Primärhaushalt werden Zinszahlungen sowie die Etats von Kommunen, Regionen und Sozialversicherung nicht berücksichtigt.

Ein Grund für die schwarzen Zahlen sind geringere Ausgaben: Sie fielen um zehn Prozent auf 25,1 Milliarden Euro. Höhere Subventionen von der Europäischen Union trugen ebenso zu der positiven Bilanz bei. Hinzu kommt eine Überweisung von 1,5 Milliarden Euro von Zentralbanken der Euro-Zone. Diese hatten das Geld mit griechischen Staatsanleihen verdient und den Gewinn - wie im internationalen Hilfsprogramm vereinbart - an Athen überwiesen. Wegen der schweren Rezession blieben die Steuereinnahmen um etwa 1,5 Milliarden Euro hinter dem Ziel zurück.

Die Bundesbank rechnet einem Bericht des Nachrichtenmagazins „Der Spiegel” zufolge damit, dass Griechenland 2014 ein neues Hilfspaket benötigt. Die Bundesbank bestätigte, dass es eine Stellungnahme für das Bundesfinanzministerium gibt. Über den Inhalt schwieg sie sich aber aus. Die neu entfachte Debatte über das Eurozonen-Sorgenkind Griechenland setzte dem Euro am Montag zu. Die Gemeinschaftswährung fiel am Vormittag zeitweise unter die Marke von 1,33 Dollar nach 1,3342 Dollar im New Yorker Schlussgeschäft.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Positive Überraschung: Griechische Wirtschaft schrumpft langsamer"

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  • Hoppla. Da habe ich, angesichts der vielen Griechenland-Erfolgsmeldungen der "HB-Wochenschau" da tatsächlich aus Versehen diesen Artikel zu sich selbst referenziert. Der Link sollte gehen zu:

    http://www.handelsblatt.com/politik/international/athen-2-6-milliarden-haushaltsueberschuss-aber-ohne-zinsen-/v_detail_tab_comments/8627170.html?pageNumber=2&commentSort=debate

  • Griechische Wirtschaft schrumpft langsamer
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    Dann ist doch alles wieder guuuuut, dann können ja wieder Schuuuuuulden gemacht werden, und die Reformen können sich die stolzen und fleißigen Griechen auch schenken. Juchuuuhhh!

  • Heute macht das HB mittels einer ganzen Serie "Griechenland"-Artikel Wahlpropaganda für die Regierung aller Blockparteien. Das es sich hier natürlich um unverschämte Fälschungen handelt macht das Kommentar von "Euro-Payer" zu

    http://www.handelsblatt.com/politik/international/positive-ueberraschung-griechische-wirtschaft-schrumpft-langsamer/v_detail_tab_comments/8627180.html

    deutlich. Er zitiert die FAZ:
    "Ein Grund für die besseren Zahlen sind geringere Ausgaben, auch weil Griechenland laut Experten seit Monaten nur noch die dringendsten Rechnungen bezahlt. Die Ausgaben fielen um zehn Prozent auf 25,1 Milliarden Euro. Höhere Subventionen von der Europäischen Union trugen ebenso zu der positiven Bilanz bei. Hinzu kommt eine Überweisung von 1,5 Milliarden Euro von Zentralbanken der Euro-Zone. Diese hatten das Geld mit griechischen Staatsanleihen verdient und den Gewinn - wie im internationalen Hilfsprogramm vereinbart - an Athen überwiesen"

    Den Rest seines Kommentars kann man im Original lesen oder selber zu denken anfangen.
    Danke HB-Redaktion für die perfekte Des-Information!

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