Präsenz in Osteuropa

Russland will auf Nato-Aufrüstung reagieren

Die Spannungen zwischen Russland und dem Westen schaukeln sich weiter hoch. Die Muskelspiele der Nato im Osten will Moskau nicht unbeantwortet lassen. Doch die USA verzichten auf eine Aufstockung ihrer Europa-Truppe.
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Erst in der vergangenen Woche probte die Schnelle Eingreiftruppe der Nato im polnischen Zagan das Manöver „Noble Jump“. Quelle: ap
Nato-Übung in Polen

Erst in der vergangenen Woche probte die Schnelle Eingreiftruppe der Nato im polnischen Zagan das Manöver „Noble Jump“.

(Foto: ap)

Brüssel/MoskauRussland will die geplante Aufrüstung der Nato in Osteuropa nicht tatenlos hinnehmen. Das westliche Militärbündnis nähere sich in Staaten der ehemaligen Sowjetunion der russischen Grenze, meinte Nikolai Patruschew, Sekretär des Nationalen Sicherheitsrates, am Donnerstag im sibirischen Ulan-Ude. Dies könne Russland nicht ignorieren, sagte er der Agentur Tass zufolge.

Die Nato hatte am Mittwoch in Brüssel beschlossen, ihre schnellen Eingreifkräfte auf bis zu 40 000 Soldaten aufzustocken. Damit reagierte das Bündnis auf wachsende Spannungen mit Russland im Zuge der Ukraine-Krise. In den vergangenen Monaten hat die Nato zudem ihre Manöver in Osteuropa massiv verstärkt. Alleine im Juni übten dort 14 000 Soldaten.

Kremlchef Wladimir Putin beteuerte in Moskau, Russland wolle niemanden bedrohen. „Wir haben keine aggressiven Pläne“, sagte er bei einem Treffen mit Absolventen einer Militärakademie.

Die USA kündigten am Donnerstag in der Nato-Zentrale in Brüssel an, die sogenannte Speerspitze, den schnellsten Teil der Nato-Eingreiftruppe, mit spezialisierten Kräften massiv zu unterstützen. Dazu zählen laut Verteidigungsminister Ashton Carter unter anderem Kampfhubschrauber, Luftraumüberwachung, Tankflugzeuge und Kräfte für Spezialoperationen.

Ihre permanent in Europa stationierten Streitkräfte wollen die USA allerdings nicht aufstocken. Die Ausweitung der Nato-Manöver werde durch Truppen-Rotation bewältigt, sagte Carter. Derzeit sind 65 000 US-Soldaten in Europa stationiert. Zum Vergleich: Der Bundeswehr gehören rund 180 000 Soldaten an.

  • dpa
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