Präsident Aristide isoliert: Auf Haiti spitzt sich die Lage zu

Präsident Aristide isoliert
Auf Haiti spitzt sich die Lage zu

Die Sicherheitslage in Haitis Hauptstadt hat sich gefährlich zugespitzt. Immer mehr Geschäfte und Warenlager werden geplündert. Inzwischen gibt es auch Tote. Kanda, Frankreich und die USA haben unterdessen Präsident Jean-Bertrand Aristide die Unterstützung entzogen.

HB PORT-AU-PRINCE. Aristide gab keine Anzeichen, dass er zum Rücktritt bereit sein könnte. Die bewaffneten Rebellen, die schon die ganze Nordhälfte der Karibikrepublik kontrollieren, waren nach eigenen Angaben nicht mehr weit von der Hauptstadt entfernt.

„Ich habe alles verloren“, sagte am Freitag der Geschäftsmann und frühere Premierminister Smarck Michel im Radio, nachdem Plünderer über sein Lagerhaus hergefallen waren. Das Containerterminal des Hafens von Port-au-Prince wurde schon seit der Nacht geplündert, ohne dass die Polizei einschritt. In vielen Teilen der Hauptstadt waren Schüsse zu hören. Viele ausreisewillige Ausländer konnten die Stadt nicht mehr verlassen, weil die US-Fluggesellschaft American Airlines am Freitag die Flüge von und nach Haiti einstellte.

Seit Donnerstag gab es in der Haupstadt auch keinen Strom mehr. Internationale Hotels und Institutionen verfügen in der Regel über Generatoren, erhalten aber keinen Nachschub an Benzin mehr. Einige Hotels wurden in der Nacht zum Donnerstag zum ersten Mal verbarrikadiert, nachdem Aristide-Anhänger Gewalttaten gegen die Auslandspresse angedroht hatten.

Die militärische Lage im Land war am Freitag unübersichtlich. Nachdem am Donnerstag die im äußersten Südwesten gelegene Stadt Les Cayes, die drittgrößte des Landes, in die Hände von Rebellen gefallen war, hieß es am Freitag, dass der Anführer der Pro-Aristide-Milizen in Les Cayes, Ti Pistol, einen Gegenangriff startete. Auch aus der Küstenstadt Jacmel, 120 Kilometer südwestlich von Port-au-Prince, wurden Kämpfe zwischen Aristide-Anhängern und -gegnern gemeldet. Die Kleinstadt Mirebalais fiel in der Nacht endgültig in die Hände der Rebellen. Sie liegt nur 40 Kilometer nordöstlich von Port-au-Prince, ist aber mit der Haupstadt nur über Bergpfade verbunden.

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