Präsident der Kurdenprovinz vereidigt
22 Zivilisten im Irak durch Selbstmordanschlag getötet

Im nordirakischen Kirkuk sind bei einem Selbstmordanschlag am Dienstag 22 Menschen ums Leben gekommen. Der Attentäter zündete seinen Sprengstoffgürtel inmitten von Irakern, die vor einer Bank Schlange standen, um ihre Gehälter und Pensionszahlungen abholen.

HB KIRKUK. 83 weitere Iraker wurden nach Angaben der Polizei verletzt, 16 von ihnen schwer. In der Kleinstadt Kanaan nördlich von Bagdad tötete kurz eine Autobombe fünf irakische Soldaten. Der Sprengsatz explodierte neben einer Militärpatrouille. Zwei US-Soldaten wurden nach Armeeangaben nahe der westirakischen Stadt Ramadi bei einem Sprengstoffanschlag auf Fahrzeug getötet.

Irakische und US-Soldaten stürmten am Dienstag das Haus des Generalsekretärs des sunnitischen Rates der Religionsgelehrten, Scheich Harith al-Dhari. Dieser hatte im Mai der Schiiten-Miliz Badr-Brigaden die Schuld an Morden und Festnahmen sunnitischer Geistlicher gegeben, was die Spannungen zwischen den Religionsgruppen angeheizt hatte. Nach Angaben des Rates war Al-Dhari zum Zeitpunkt der Razzia nicht im Haus.

Der Vorsitzende der Kurdischen Demokratischen Partei (KDP), Massud Barsani, wurde am Dienstag als erster Präsident der Kurdenprovinzen im Nordirak vereidigt. Er betonte, Irakisch-Kurdistan werde ein Teil des Iraks bleiben. US-Präsident George W. Bush gratulierte nach Angaben der Kurdenparteien telefonisch. Keine andere Region des Iraks hat einen eigenen „Regional-Präsidenten“. Vor der Bildung der irakischen Übergangsregierung hatten sich Barsani und dessen einstiger Rivale Dschalal Talabani, der Gründer und Vorsitzender der Patriotischen Union Kurdistans (PUK) ist, darauf verständigt, dass Talabani ein hohes Amt in Bagdad anstreben soll und Barsani dafür das höchste Amt im nordirakischen Kurdengebiet erhält. Talabani ist seit zwei Monaten Präsident des Iraks.

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