Präsident in Nöten
Iran vor innenpolitischer Krise

Das iranische Parlament hat auch den dritten Kandidaten von Präsident Mahmud Ahmadinedschad für das Amt des Ölministers durchfallen lassen. Offenbar zweifelten die Abgeordneten an der Loyalität des Bewerbers zum Mullah-Regime.

HB TEHERAN. Nur 77 von 254 Abgeordneten stimmten für Mohsen Tassalloti, den Geschäftsführer eines petrochemischen Betriebes im Süden des Landes, den Ahmadinedschad in der vergangenen Woche in seinem dritten Anlauf nominiert hatte. Die Abgeordneten kritisierten, dass sich der Präsident bei der Besetzung dieses wichtigen Regierungsamtes nicht ausreichend mit dem Parlament beraten habe.

Im Vorfeld der Wahl hatte es Spekulationen gegeben, Tassalloti habe bei der Präsidentenwahl im Juni einen Kandidaten des Reformlagers unterstützt. Zudem wurden ihm enge Verbindungen in die USA nachgesagt, die die Führung des Landes als Erzfeind verstehen. Dies schürte Zweifel an Tassallotis Loyalität zum theokratischen System des Irans.

Den ersten Kandidaten Ahmadinedschads hatte das Parlament im August wegen angeblich mangelnder fachlicher Erfahrung abgelehnt, der zweite hatte seine Kandidatur kurz vor der Abstimmung im Parlament zurückgezogen. Der Iran ist der viertgrößte Ölproduzent und das Ölministerium gehört zu den Schlüsselposten der Regierung. Ahmadinedschad hatte die Reformen in der staatlichen Ölindustrie zu einem Kernthema seines Wahlkampfes gemacht.

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