Präsident versammelt Mitstreiter
Die große Welt der Sarkozianer

Während Frankreichs künftiger Präsident Nicolas Sarkozy sich Gedanken darüber machen muss, wen er als neuen Premier einsetzt, wird immer klarer, dass sich sein Beraterstab nicht nur aus Parteifreunden zusammensetzt. Offenbar wird das neue Kabinett zu einem Querschnitt durch die politischen Lager – durchaus auch mit alten Bekannten.

PARIS. Der neue Präsident steht vor der ersten schweren Entscheidung seiner Amtszeit: Wen wird Nicolas Sarkozy zum Premier berufen? Seinen engen Weggefährten François Fillon (53), der ihm als politischer Berater während des gesamten Wahlkampfes zur Seite stand und als Sozialminister 2003 mit der nach ihm benannten Rentenreform Sozialgeschichte schrieb? Oder den charismatischen Jean-Louis Borloo (56), derzeit Arbeitsminister, der Umfragen zufolge im Volk besonders beliebt ist?

Die persönliche Eignung der Kandidaten dürfte am Ende nicht den Ausschlag geben dafür, wer das Rennen macht. Es geht um übergeordnetes politisches Kalkül. Mit einem Premier Borloo würde Sarkozy ein Zeichen der Versöhnung in die gegnerischen politischen Lager senden, denn er gilt als Mann der Mitte und genießt auch bei linken Wählern einen guten Ruf. Wählt Sarkozy hingegen Fillon aus, dann signalisiert er damit den Willen, überkommene soziale Besitzstände rasch abzuräumen. So ließ Fillon keinen Zweifel daran, dass er verbliebene milliardenschwere Pensionsprivilegien in Staatsbetrieben streichen will.

Bis zu seinem offiziellen Amtsantritt am 16. Mai will Sarkozy in Klausur gehen, um seine Kabinettsliste endgültig fertig zu stellen. In der Umgebung des neuen Staatsoberhauptes laufen sich schon diverse Berater warm. Sein engster Freund Brice Hortefeux (48), der Sarkozy seit 30 Jahren durch alle politischen und privaten Höhen und Tiefen begleitet, macht sich Hoffnung auf das Amt des Innenministers. Sarkozys wichtigster außenpolitischer Berater David Martinon (36) hat gute Chancen, Chef des persönlichen Beraterstabes des Präsidenten im Elysée-Palast zu werden – ein besonders einflussreiches Amt. Sarkozys bisherige Wahlkampf-Sprecherin Rachida Dati wird als mögliche Chefin des neuen Ministeriums für Immigration und nationale Identität gehandelt, das der neue Präsident kurz vor der Wahl angekündigt hatte. Die Juristin Dati stammt aus einer nordafrikanischen Einwandererfamilie.

Zum engsten Beraterzirkel Sarkozys gehören zudem die UMP-Aufsteiger Laurent Solly (37), Frédéric Lefebvre (43) sowie sein langjähriger Pressesprecher Franck Louvrier (38). Alle drei können sich Hoffnungen auf interessante Positionen im Elysée-Palast machen.

Seite 1:

Die große Welt der Sarkozianer

Seite 2:

Seite 3:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%