Präsident will Kurs aber fortsetzen
Bush spricht von Sicherheitsproblem im Irak

Angesichts der anhaltenden tödlichen Angriffe auf Besatzungssoldaten im Irak hat US-Präsident George W. Bush von einem Sicherheitsproblem in dem Golfstaat gesprochen. Dort wurden erneut zwei US-Soldaten getötet.

Reuters BAGDAD/GABORONE. „Es ist wichtig für uns, den Kurs fortzusetzen. Wir werden den Kurs fortsetzen“, sagte Bush am Donnerstag während seines Besuchs in Botswana. Zuvor hatte das US-Militär mitgeteilt, ein US-Soldat sei am Mittwochabend im Irak getötet worden, als sein Konvoi unter Beschuss geraten sei. Einige Stunden später sei ein zweiter Soldat durch eine Granate getötet worden. Zuvor hatte das Militär von Angriffen in vier Städten berichtet, darunter Falludscha. Die dortige irakische Polizei forderte die US-Truppen zum Abzug auf, weil ihre Präsenz sie gefährde. Die BBC berichtete unterdessen, führende Mitglieder der britischen Regierung glaubten nicht mehr, dass Massenvernichtungswaffen in Irak gefunden würden. Dieser Vorwurf war für Großbritannien und den USA der wesentliche Kriegsgrund.

Seit Bush am 1. Mai das Ende der Kriegshandlungen erklärt hatte, sind die Besatzungssoldaten fast täglich Ziel irakischer Angriffe geworden. 31 US-Soldaten und sechs britische Soldaten wurden dabei getötet. In Gaborone in Botswana sagte Bush, die anhaltenden Angriffe seien ein Sicherheitsproblem, gegen das die USA hart vorgehen würden. „Wir werden uns einen nach dem anderen vornehmen.“ Die US-Soldaten würden im Irak bleiben.

Bei den Angriffen am Mittwochabend wurde nach Angaben eines Militärsprechers zudem ein Soldat verletzt. Wo sie sich ereigneten war zunächst unklar. Das US-Militär hatte zuvor mitteilt, in der Stadt Ramadi seien drei Granaten auf US-Soldaten abgefeuert worden. Auch in Tikrit, der Heimatstadt des gestürzten Präsidenten Saddam Hussein, und in Balad seien die Soldaten beschossen worden. Augenzeugen berichteten zudem, eine irakische Polizeiwache und ein städtisches Gebäude in Falludscha bei Bagdad seien beschossen worden.

„Wir sind in der Lage, diese Orte zu verteidigen“, sagte der Polizeichef von Falludscha, Rijadh Abdel-Latif. „Die Anwesenheit der Amerikaner bringt uns aber in Gefahr. Wir haben die Amerikaner vor mehr als eineinhalb Monaten aufgefordert, Falludscha zu verlassen.“ Mehr als 100 Polizisten, die von den USA ausgebildet wurden, demonstrierten in Falludscha gegen die US-Besatzungstruppen und forderten ihren Abzug. Andernfalls würden sie innerhalb von 48 Stunden ihre Arbeit einstellen, hieß es in einer Petition an den Bürgermeister und den US-Kommandeur.

Falludscha ist wie Ramadi zunehmend ein Zentrum des Widerstandes gegen die US-Truppen. Auf Saddam zugeschriebenen Tonbändern wurden die Iraker erst vor wenigen Tagen zum Kampf gegen die Besatzungstruppen aufgerufen. Saddam wurde mit dem Einmarsch der US-Truppen am 9. April in Bagdad gestürzt. Es ist unklar, ob er noch am Leben ist.

Die USA und ihr engster Verbündeter Großbritannien hatten den Irak-Krieg unter anderem damit begründet, dass das Land Massenvernichtungswaffen besitze. Führende britische Minister glaubten aber nicht mehr, dass solche Waffen in Irak gefunden würden, berichtete der britische Rundfunksender BBC. „Sie glauben, dass es solche Waffen gab, .. aber dass die Waffen, die Kübel voll gefährlichem Material, die rostenden Raketen verfügbar wären, glauben sie immer weniger.“ Die beste Erklärung, die gegenwärtig im Umlauf sei, laute, dass Saddam die Waffen kurz vor Kriegsbeginn zerstört oder versteckt habe.

Ein Sprecher von Premierminister Tony Blair wies den BBC-Bericht zurück. Blair habe erst am Dienstag bekräftigt, er glaube, dass die Waffen gefunden würden.

US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld hatte am Mittwoch erklärt, die USA seien nicht wegen völlig neuer Informationen über Massenvernichtungswaffen in den Krieg gegen Irak gezogen, sondern weil sie vorhandene Informationen nach den Anschlägen am 11. September 2001 in einem anderen Licht betrachtet hätten.

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