Präsidentengattin Bruni
Die böse Ente beißt Carla ein letztes Mal

Das fiktive Tagebuch von Carla Bruni ist legendär. Nun schlägt das französische Satireblatt „Angekettete Ente“ das letzte Kapitel auf - und verabschiedet Frankreichs First Lady mit Wehmut und bissiger Ironie.
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ParisFür den härtesten Gegner von Nicolas Sarkozy ist dessen Machtverlust ein Schlag ins Kontor: Frankreichs Satire- und Enthüllungsblatt „Carnard Enchainé“ verliert die Figur, an der die Redaktion sich mit Lust und Fantasie abarbeiten konnte. Der meist als rasender Zwerg oder an Carla Brunis Hand baumelnde Puppe abgebildete Oberdynamiker war nicht nur für die Zeichner des Canard ein Geschenk. Die Sprüche des Präsidenten, seine erratischen Aktionen und exzentrischen Berater füllten fast alleine die Seiten der Wochenzeitung, die profitabler und vor allem besser informiert ist als die meisten anderen französischen Printprodukte.

Aber nicht nur Sarko ist nächste Woche weg, sondern auch seine Gattin Carla, und damit auch das erfundene „Tagebuch der Carla B.“, das der Canard jede Woche auf der letzten Seite druckt. Diese Woche verabschiedet die Präsidentengattin sich mit einem Eintrag in Gedichtform. In Schüttelreime hat die „Angekettete Ente“, so der übersetzte Name des Blatts, ihre ganze Häme gefügt:

„O Sturm, O Verzweiflung, O feindliche Sozialdemokratie

Der Lohn meiner Mühen ist diese Infamie?“

klagt die Präsidentengattin. Ihr „Cäsar“ sei am Boden zerstört, wirke so klein, als hätte er "seine hohen Absätze" verloren:

„Ein zerschlagenes Wesen in meinem Bett, einem Schatten gleich

Ohne Willen und Kraft, sein Szepter ganz weich“

Die vermeintliche Carla erregt sich darüber, dass der stolze Präsident künftig nur noch „als Winkeladvokat“ sein Leben fristen oder gar, schlimmer noch „zu Hause abhängt, da fürchte ich das Schlimmste“. Und sie werde künftig nicht mehr im Licht der Scheinwerfer stehen, die Titelblätter nicht mehr schmücken? „So haben wir nicht gewettet“, mault das Ex-Modell:

„Unser Vertrag ist klar, er besiegelt mein Glück

Für mich gibt es nur First Lady oder Geld zurück.“

Sie denke gar nicht daran, künftig ein beschauliches Dasein zu fristen, erzürnt sich Carla. Die Menschheit könne auf eine so begnadete Künstlerin wie sie nicht verzichten. Statt von der Bühne abzutreten gehe sie lieber ins Exil. Sein nächstes Ziel hat das bedeutende Männer sammelnde italienische Multitalent schon vor Augen:

„Adieu, undankbare Franzosen, ignorantes Pack

Ich zieh in den weißen Palast des sublimen Barack.“

Sarko selber hat den von ihm häufig genug verachteten Journalisten Anfang des Jahres gesagt: „Sollte ich die Wahl verlieren, werdet ihr euch schrecklich langweilen.“ Er könnte recht haben. Schließlich ähnelt sein Nachfolger eher der Mutti Merkel als dem französischen Speedy Gonzalez. Und kennt irgendjemand einen guten Merkel-Witz? Na eben.

Fragt sich nur noch, ob der Canard nächste Woche noch einen allerletzten Eintrag des „Tagebuchs der Carla B.“ bringt – schließlich tritt Sarkozy ja erst Dienstag ab.

Thomas Hanke
Thomas Hanke
Handelsblatt / Korrespondent in Paris

Kommentare zu " Präsidentengattin Bruni: Die böse Ente beißt Carla ein letztes Mal"

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  • lol, Job in der Regierung Hmm ... wäre auch nicht schlecht. Sollte mal meine Patienin fragen ob Sie nicht als Beraterin einsteigen will.

  • ..sie haben das Zeug zum zukünftigen Redenschreiber von Frau Merkel ;-)

  • Humor ist wenn man trotzdem lacht, habe eine 100 jährige Patientin die meinte wir sollen aufhören zu winseln, sie hätte nicht 2 Weltkriege, 4 Währungen, 3 Regierungsformen überstanden bloß um festzustellen das die heutige Bevölkerung nur aus Waschlappen besteht. Man kann auch von 3 Kartoffeln und einer Packung selbst gedrehter Zigaretten am Tag leben. Zitat Ende :)

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