Präsidentenwahl
Afghanistan: Karsai baut Vorsprung aus

In Afghanistan schwinden die Hoffnungen der Präsidentschaftsbewerber: Anderthalb Wochen nach der Wahl hat Amstinhaber Hamid Karsai seinen Vorsprung auf seinen Herausforderer Abdullah Abdullah ausgebaut. Noch ist allerdings erst ein Drittel der Stimmen gezählt.

HB KABUL. Die Unabhängige Wahlkommission (IEC) teilte in Kabul nach Auszählung der Stimmen aus mehr als einem Drittel der Wahllokale aus allen 34 Provinzen mit, Präsident Karsai komme nun auf 46,3 Prozent. Der frühere Außenminister Abdullah folge mit 31,4 Prozent der Stimmen. Unterdessen registrierten Wahlbeobachter mehr als 2000 Beschwerden zum Verlauf der Abstimmung am 20. August sowie zur Stimmenauszählung. Neue Gewalttaten im Land forderten zudem Dutzende Todesopfer.

Nach Auszählung von mehr als zwei Millionen Stimmen liegt Karsai nun knapp 15 Prozentpunkte vor Abdullah. Zu Beginn der Auszählung hatten erste Teilergebnisse noch auf ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen beiden Politikern hingedeutet, da Karsai zunächst mit weniger als zehn Prozentpunkten geführt hatte. Wegen der geringen Zahl der ausgezählten Stimmen sind die Angaben nur begrenzt aussagekräftig. Insgesamt hatten 30 Kandidaten um die Gunst der Wähler geworben.

Der nächste Stand der Auszählung soll an diesem Montag vorgelegt werden. Ein vorläufiges Ergebnis wird in den nächsten Tagen erwartet, ein amtliches Endergebnis Mitte September. Sollte kein Kandidat die absolute Mehrheit der Stimmen erreichen, findet im Oktober eine Stichwahl zwischen Spitzenreiter und Zweitplatziertem statt.

Ein Sprecher der von den Vereinten Nationen unterstützten Beschwerdekommission (ECC) teilte am Sonntag in Kabul mit, seit dem Wahltag habe das Gremium insgesamt 2026 Einwände registriert. 567 davon hätten "hohe Priorität" und könnten den Wahlausgang beeinflussen. Vor knapp einer Woche hatte die ECC die Zahl der Beschwerden noch mit 790 angegeben. Beobachter befürchten, dass aufgrund der zahlreichen Unregelmäßigkeiten Kandidaten die Legitimität der Wahl infrage stellen könnten. Unter anderem wirft Ex- Außenminister Abdullah dem Karsai-Lager Manipulationen vor.

Bei schweren Gefechten in der Provinz Chost im Südosten des Landes töteten afghanische und internationale Truppen mindestens 35 Kämpfer der radikal-islamischen Taliban. Wie die Polizei am Sonntag mitteilte, griffen Soldaten am Vortag Stellung der Aufständischen an. Dabei seien sie von US-Kampfflugzeugen unterstützt worden. Auf Seiten der Sicherheitskräfte habe es keine Opfer gegeben.

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