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Präsidentenwahl: Bombenanschläge erschüttern Iran

Vor der Präsidentenwahl wachsen die Spannungen im Iran. Nach einem Bombenanschlag auf eine Moschee im Südost-Iran beschuldigt die persische Regierung den USA und Israel, Drahtzieher des Anschlags zu sein. Die Opposition wirft indes Ahmadinedschad mangelnde Diplomatie vor.

Hoffen auf Veränderung: Anhänger des Herausforderers Mir-Hussein Mussawi. Quelle: dpa
Hoffen auf Veränderung: Anhänger des Herausforderers Mir-Hussein Mussawi. Quelle: dpa

BERLIN. Vor der Präsidentenwahl am 12. Juni wird Iran von Bombenanschlägen und wachsenden Spannungen mit den USA und Israel erschüttert. Denn die persische Regierung wirft Washington und Jerusalem vor, hinter einem Bombenanschlag auf eine Moschee im Südost-Iran verantwortlich zu sein. Die USA wiesen dies zurück.

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25 Menschen waren in der Moschee in der Stadt Zahedan unweit der Grenze zu Afghanistan und Pakistan am Donnerstag ums Leben gekommen. Gestern starben bei einem Anschlag auf eine Bank in derselben Stadt erneut fünf Menschen. Das meldete der iranische Fernsehsender Press TV. Zudem konnte die iranische Polizei am Sonntag laut Medienberichten nur knapp einen Terroranschlag auf ein Flugzeug verhindern. Die Maschine der Kish-Air mit 131 Passagieren an Bord war 15 Minuten nach ihrem Start in die Hauptstadt Teheran wegen der Bombendrohung nach Ahvaz zurückgeholt worden. Sicherheitsexperten konnten den Sprengsatz dort entschärfen, berichteten übereinstimmend persische Nachrichtenagenturen.

Drei Attentäter, die den Anschlag auf die Amir Al-Momenin Moschee in Zahedan verübt haben sollen, wurden unterdessen bereits am Samstag gehängt. Die drei Männer seien von US-Geheimdiensten angeheuert worden, hatte der Vizegouverneur der südost-iranischen Provinz Sistan-Belutschistan, Djalal Sajah, laut der Agentur Fars zuvor behauptet. Die Moschee gilt als Sammlungsort radikaler Schiiten in einer der wenigen mehrheitlich von islamischen Sunniten bewohnten Provinzen Irans. Dort ist es in der Vergangenheit immer wieder zu Konflikten zwischen den islamischen Religionsgruppen gekommen.

Verantwortlich gemacht wird dafür die sunnitische Untergrundorganisation "Jundollah" (Soldaten Gottes), die nach Angaben der Teheraner Sicherheitsbehörden mit der Terrororganisation El Kaida kooperieren soll. So wächst die Sorge, dass wegen einer gleichnamigen Terrorgruppe im benachbarten Pakistan nun beide Teile Belutschistans zu Krisenregionen werden. Zudem verläuft durch diese Grenzprovinz der Drogenschmuggel von Afghanistan durch Iran gen Westen.

Vor der Präsidentenwahl in knapp zwei Wochen, bei der der radikale Amtsinhaber Mahmud Ahmadinedschad seine Wiederwahl vor allem gegen den Reformer und Ex-Premier Mir-Hussein Mussawi sichern muss, wächst ohne hin schon die Nervosität: Zuletzt war auch ein Anschlag auf ein Wahlkampfbüro Ahmadinedschads verübt worden.

Streitpunkte im Wahlkampf sind Ahmadinedschads umstrittene Außenpolitik und Irans Atomprogramm. Mussawi wirft dem Präsidenten vor, durch unnötige radikale Aussagen die Konfrontation mit Israel und den USA zu verschärfen, statt die Gesprächsangebote des amerikanischen Präsidenten Barack Obama anzunehmen. Unterdessen hat Irans Armee laut Verteidigungsminister Mostafa Mohammad-Najar ihre Ausrüstung deutlich vermehrt und verbessert durch neue Schnellboote, U-Boote und Drohnen.

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