Präsidentenwahl Frankreich
Sozialistische Basis setzt auf Segolene Royal

Frankreichs Sozialisten haben entschieden: Sie schicken die frühere Umwelt- und Familienministerin Segolene Royal ins Rennen um die Nachfolge Jacques Chiracs als Staatspräsident. Royal muss aber erstmal innerhalb der Partei für Ruhe sorgen.

HB PARIS. Die Parteimitglieder kürten die 53-Jährige am Donnerstagabend in einer Urabstimmung mit deutlicher Mehrheit zu ihrer Kandidatin. Parteivertretern zufolge gewann sie 60,62 der Stimmen. Der frühere Finanzminister Dominique Strauss-Kahn und Ex-Regierungschef Laurent Fabius landeten abgeschlagen mit 20,83 beziehungsweise 18,54 Prozent der Stimmen auf Platz zwei und drei. Die Wahlbeteiligung der 219 000 Parteimitglieder lag den Angaben zufolge bei 82 Prozent.

Royal zeigte sich noch am Abend strahlend und sichtlich bewegt den Fernsehkameras. Umgeben von Anhängern, die „Segolene – Präsidentin, Segolene – Präsidentin“ skandierten, versprach sie, die Sozialisten vor der Wahl zu einen. Der linke Flügel der Sozialisten hatte sich gegen sie ausgesprochen und ihr vorgeworfen, die Partei in die Mitte des politischen Spektrums rücken zu wollen. „Dass ich auf diese Weise gewählt wurde, ist etwas Außergewöhnliches“, sagte die frisch gekürte Kandidatin.

Sollte es der vierfachen Mutter gelingen, sich im Frühjahr gegen den konservativen Konkurrenten durchzusetzen, wäre sie die erste Frau an der Spitze des französischen Staates und erst die zweite sozialistische Besetzung des Präsidentenpostens. Als erster Sozialist stand Francois Mitterand zwischen 1981 und 1995 an der Spitze der fünften Republik.

Das hohe Ergebnis dürfte viele Gegner verstummen lassen, die Royal als unerfahren und politisches Leichtgewicht kritisiert hatten. Es gilt als wahrscheinlich, dass sie bei der Präsidentenwahl gegen den aktuellen Innenminister und Chef der Regierungspartei UMP, Nicolas Sarkozy, antreten wird. Einer am Donnerstag veröffentlichten Ipsos-Umfrage zufolge kämen die beiden in diesem Fall auf jeweils etwa 50 Prozent. Dann wäre eine Stichwahl nötig, die am 6. Mai stattfinden würde.

Amtsinhaber Chirac will erst im kommenden Jahr bekanntgeben, ob er sich um eine dritte Amtszeit bewirbt. Die Meinungsumfragen räumen ihm jedoch keine großen Chancen ein. Die erste Runde der Präsidentenwahlen sollen am 22. April stattfinden.

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