Präsidentenwahl
Geistlicher Führer lässt Iran-Wahl prüfen

Nach der umstrittenen Präsidentenwahl im Iran hat der oberste Führer des Landes, Ajatollah Ali Chamenei, den Wächterrat angewiesen, die Vorwürfe von Unregelmäßigkeiten sorgsam zu überprüfen. Das berichtete der Nachrichtensender Chabar. Der Wächterrat ist für die Kontrolle von Wahlergebnissen zuständig.

HB TEHERAN. Chamenei, der in allen Fragen das letzte Wort hat, forderte den Reformer und – gemäß der Auszählung – Wahlverlierer Mir Hussein Mussawi gleichzeitig auf, seine Einwände gegen die Wahl auf dem gesetzmäßigem Weg vorzubringen und die Angelegenheit in Ruhe zu regeln. Mussawi sei nicht der Mann, der an einer Eskalation der Spannungen interessiert sei.

Die Opposition hat unterdessen die für heute angekündigte Großkundgebung kurzfristig abgesagt. Da das Innenministerium keine Genehmigung erteilte habe, sei die Demonstration verschoben worden, teilte Mussawi auf seiner Internetseite mit. Gleichzeitig kritisierte er die Regierung für das Verbot scharf.

Von der Mitteilung war auf der Homepage allerdings nur die Überschrift zu lesen. Es war nicht möglich, die gesamte Stellungnahme von Mussawi abzurufen. Zudem verschwand kurz darauf wieder die Überschrift von der Internetseite. Das Innenministerium in Teheran hatte zuvor erklärt, die von der Opposition beantragte Kundgebung werde nicht genehmigt. Sollten die Anhänger des Wahlverlierers Mussawi dennoch auf die Straßen ziehen, würden sie sich wegen Staatsverrats strafbar machen.

Augenzeugen beschrieben die Lage in Teheran als „äußerst gespannt“. Trotz Verbots versammelten sich nach Angaben des US-Senders CNN zahlreiche Mussawi-Anhänger an der Teheraner Universität. „Sie skandieren Slogans wie „Tod dem Diktator““, schilderte ein Augenzeuge die Lage. „Wir sind hier, und wir bleiben hier“, riefen die Demonstranten. Ahmadinedschad verschob kurzfristig eine für Montag nach Russland geplante Reise.

Die Mussawi-Kundgebung sollte auf dem „Platz der Freiheit“ in der Teheraner Innenstadt stattfinden. Dabei wollte sich Mussawi auch erstmals seit der Wahl mit einer Rede ans Volk wenden. Mussawi sieht sich selbst als rechtmäßiger Sieger und verlangt, die Wahl wegen Unregelmäßigkeiten für null und nichtig zu erklären. Nach offiziellen iranischen Angaben hat Ahmadinedschad die Wahl mit fast 63 Prozent klar gewonnen, Mussawi erhielt danach lediglich knapp 34 Prozent.

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