Präsidentenwahl

Haiti sucht den Weg aus der Krise

Haiti leidet unter bitterer Armut, politischer Instabilität, Gewalt und Korruption. Am Sonntag wählt der Karibikstaat einen neuen Präsidenten – mal wieder. Die Herausforderungen an den Staatschef sind gewaltig.
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Wer in Haiti regieren will, braucht viele Talente. Quelle: AFP
Kandidaten für die Präsidentenwahl

Wer in Haiti regieren will, braucht viele Talente.

(Foto: AFP)

Aufbauhelfer, Schlichter, Krisenmanager – wer Haiti regieren will, braucht viele Talente. Der Karibikstaat leidet unter bitterer Armut, politischer Instabilität, Gewalt und Korruption. Erst vor gut einem Monat zog Hurrikan „Matthew“ über das Land hinweg. Hunderte Menschen kamen ums Leben, Zehntausende verloren ihr Hab und Gut. Im Katastrophengebiet sind die Menschen auf internationale Hilfe angewiesen, es grassiert die Cholera.

Am Sonntag (20. November) wählen die Haitianer einen neuen Präsidenten – wieder einmal. Die Wahl vom vergangenen Jahr wurde wegen Manipulationsvorwürfen annulliert, obwohl Beobachter der Europäische Union und der Organisation Amerikanischer Staaten (OAS) sie für grundsätzlich frei und fair hielten. Sie vermuteten, dass die Opposition durch ihre Proteste das für sie ungünstige Ergebnis kippen wollte.

„Es ist essenziell, nun an dem Zeitplan festzuhalten, das Störfeuer jener zu ignorieren, die sich an den Urnen nicht durchsetzen können, und Haiti einen gewählten Präsidenten zu geben“, sagt der Direktor des Haiti Democracy Project, James Morrell.

Die Neuwahl wurde mehrfach verschoben, zuletzt wegen des Hurrikans „Matthew“. Jetzt braucht Haiti dringend politische Stabilität. Seit der frühere Staatschef Michel Martelly im Februar ohne gewählten Nachfolger aus dem Amt schied, regiert Übergangspräsident Jocelerme Privert das Land.

„Wenn das Land politisch blockiert bleibt, werden die dringendsten Bedürfnisse der Menschen weiterhin vernachlässigt“, sagt Astrid Hasfura von dem Analyseunternehmen Global Risk Insights. Haiti ist das ärmste Land der westlichen Hemisphäre. Drei Viertel der Bevölkerung leben von weniger als zwei Dollar am Tag.

Seit dem verheerenden Erdbeben 2010 mit mehr als 220.000 Todesopfern hängt Haiti am Tropf der Entwicklungshilfe. Die internationale Gemeinschaft pumpte Milliarden in das Land, Haiti verwandelte sich in eine NGO-Republik, verwaltet von Nichtregierungsorganisationen und den Vereinten Nationen (UN).

Allerdings wurde viel Geld verschwendet, Dutzende Hilfsorganisationen und UN-Agenturen arbeiteten unkoordiniert nebeneinander her, der Großteil der Mittel lief an der Regierung vorbei. „So wurde der Staat geschwächt, den wir eigentlich unterstützen wollten“, schrieb der UN-Wiederaufbaubeauftragte Bill Clinton in einem Bericht.

Gute Chancen hat der „Bananen-Mann“
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