Präsidentenwahl in der Slowakei
Für Gasparovic wird es knapp

Die Slowaken haben am Samstag ein neues Staatsoberhaupt gewählt. Das Ergebnis ist noch offen; unter Umständen wird es einen weiteren Wahlgang geben. Davon könnte die Herausforderin des Präsidenten Juristen Gasparovic, die christdemokratische Abgeordnete Iveta Radicova, profitieren.

HB BRATISLAVA. Mehr als vier Millionen Menschen waren aufgerufen, über eine weitere Amtszeit von Präsident Ivan Gasparovic zu entscheiden. Unter den sechs Herausforderern des als Favoriten geltenden 67-Jährigen war die 52-jährige Oppositionskandidatin Iveta Radicova laut Umfragen seine stärkste Konkurrentin.

Letzten Umfragen zufolge wollten 50 Prozent der Slowaken für den Juristen Gasparovic stimmen, 30 Prozent für die frühere Sozialministerin Radicova. Die rund 600 Wahllokale sollten bis 22. 00 Uhr MEZ geöffnet sein. Die Wahlbeteiligung war bis Mittag niedriger als beim letzten Mal. Bei der Präsidentschaftswahl 2004 hatten bereits nur 47,2 Prozent der Berechtigten am ersten Wahlgang teilgenommen.

Das Wahlergebnis hängt stark von der Wahlbeteiligung ab. Erhält im ersten Wahlgang kein Kandidat die absolute Mehrheit der Wählerstimmen, gibt es am 2. April einen zweiten Wahlgang. In diesem Fall würde die christdemokratische Abgeordnete Radicova Prognosen zufolge von der Stimmenübertragung profitieren. Auch Gasparovic konnte sich 2004 im zweiten Wahlgang gegen den ehemaligen Ministerpräsidenten Vladimir Meciar durchsetzen, obwohl dieser in der ersten Runde noch deutlich geführt hatte.

Das derzeitige Staatsoberhaupt wird von zwei der drei Regierungsparteien unterstützt. Der populäre sozialdemokratische Ministerpräsident Robert Fico hat Gasparovic die Unterstützung seiner Partei zugesichert. Radicova wird von den drei Oppositionsparteien unterstützt. Sie hatte sich mit ihren liberalen Positionen zur Abtreibung den Unmut der Kirche in dem erzkatholischen Land zugezogen. Der Präsident des osteuropäischen Landes mit rund 5,4 Millionen Einwohnern hat, ähnlich wie in Deutschland der Bundespräsident, eine eher repräsentative Funktion.

Die Slowdakei hat 5,4 Millionen Einwohner, davon sind 521 000 Ungarn und 90 000 Sinti und Roma. Rund 70 Prozent der Bevölkerung sind katholisch. Die Slowakei, die flächenmäßig ungefähr so groß wie Niedersachsen ist, ist seit der Abspaltung von der Tschechischen Republik 1993 unabhängig. Die parlamentarische Republik ist trotz der Wirtschafts- und Finanzkrise eines der wachstumsstärksten Länder Osteuropas. Seit 2004 ist die Slowdakei Mitglied der Nato und der Europäischen Union.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%