Präsidentenwahl in Frankreich
Ex-Minister Macron will offenbar Hollande herausfordern

Seinen Rücktritt sahen viele als Kampfansage an Präsident Hollande – und sie hatten wohl recht: Frankreichs Ex-Wirtschaftsminister Emmanuel Macron will offenbar bald seine Kandidatur für das Präsidentenamt erklären.

ParisDer frühere französische Wirtschaftsminister Emmanuel Macron will nach Angaben von Vertrauten für die Präsidentschaft kandidieren. Er werde seine Kandidatur vor dem 10. Dezember offiziell erklären, hieß es am Dienstag aus seinem Umfeld in Paris. Der parteilose Macron gilt als Gegenspieler des sozialistischen Staatschefs François Hollande und war Ende August aus dessen Regierung zurückgetreten.

Erste Details seines politischen Programms für die Wahl im Frühjahr des kommenden Jahres wolle Macron an diesem Donnerstag in einem Interview mit der Zeitschrift „L'Obs“ enthüllen, hieß es aus seinem Umfeld weiter. Vor einem für den 10. Dezember geplanten Auftritt werde der 38-Jährige dann seine Kandidatur erklären.

„Alle Rahmenbedingungen stimmen“, sagte ein Vertrauter Macrons. Der Gründer der Bewegung „En marche“ (etwa: Vorwärts!) werde landesweit von mehr als 1700 örtlichen Gruppen unterstützt und habe 2,8 Millionen Euro Spenden gesammelt.

Der frühere Investmentbanker Macron war bis zu seinem Rücktritt zwei Jahre lang Wirtschaftsminister in der Regierung Hollandes. Er sollte eine neue Dynamik in den kriselnden Standort Frankreich bringen. Beim linken Flügel der Sozialisten stießen seine Reformen und seine Kritik an der 35-Stunden-Woche aber auf Widerstand.

Mit der Kandidatur Macrons werden die Karten für die Präsidentschaftswahl im April und Mai neu gemischt. Macron ist laut Umfragen deutlich beliebter als Amtsinhaber Hollande. Dieser will im Dezember bekanntgeben, ob er für eine Wiederwahl kandidiert.

Wegen der sinkenden Popularität Hollandes galt bisher in der Stichwahl ein Duell zwischen einem konservativen Politiker und der Chefin der rechtsextremen Front National, Marine Le Pen, als wahrscheinlich. Das bürgerliche Lager bestimmt seinen Präsidentschaftskandidaten am 20. und 27. November bei einer Vorwahl. Die aussichtsreichsten Anwärter sind Ex-Premierminister Alain Juppé und Ex-Staatschef Nicolas Sarkozy.

Agentur
afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur
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