Präsidentenwahl in Frankreich
Sarkozy kämpft um die Macht

In ersten Umfragen vom Wahltag liegt Herausforderer François Hollande bis 16.00 Uhr knapp vor Sarkozy. Damit wird es eng für den Amtsinhaber. Das bürgerliche Milieu wendet sich enttäuscht von den Konservativen ab.
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Brüssel/ParisIm Kampf um das Amt des französischen Staatspräsidenten zeichnet sich in der ersten Wahlrunde ein Sieg des sozialistischen Herausforderers François Hollande (57) ab. Ersten Wählerbefragungen und inoffiziellen Teilergebnissen zufolge musste Staatspräsident Nicolas Sarkozy (57) die erwartete Niederlage hinnehmen. Entschieden wird jedoch erst in zwei Wochen, wenn Hollande und Sarkozy in der Stichwahl gegeneinander antreten.

Das renommierte Befragungsinstitut OpinionWay teilte mit, Hollande habe 27 bis 30 Prozent der Stimmen bekommen, Sarkozy zwischen 25 und 27 Prozent. Die rechtsradikale Marine Le Pen mit ihrer Nationalen Front kam mit 15 bis 17 Prozent auf den dritten Platz. Dies berichtete die belgische Zeitung „Le Soir“ auf ihrer Internetseite.

Laut der belgischen Zeitung „Le Soir“ am Sonntag hat Hollande in einigen Überseegebieten Frankreichs die meisten Stimmen geholt. In Guadeloupe kam Hollande demnach auf 57 Prozent der Stimmen. Die sozialistische Kandidatin Ségolène Royal hatte dort 2007 nur 38 Prozent bekommen. Nicolas Sarkozy fiel von damals 42 auf jetzt 23 Prozent zurück.

Bei den Zahlen, die in Frankreich nicht vor 20.00 Uhr veröffentlicht werden dürfen, handelt es sich laut „Le Soir“ um Endergebnisse. Die Wahl fand in den Überseegebieten bereits am Samstag statt. In Martinique stürzte Sarkozy von 33 auf 26 Prozent, Hollande verbesserte das Ergebnis von Royal (48 Prozent) auf 51 Prozent. In St. Pierre und Miquelon bekam Hollande 33,7 (26,6) Prozent der Stimmen, Sarkozy fiel von 24,5 auf 18,75 Prozent.

Vor fünf Jahren hatte Sarkozy um 16.00 Uhr landesweit rund 31,2 Prozent der Stimmen, seine sozialistische Gegenkandidatin Ségolène Royal 25,9 Prozent. Das Meinungsforschungsinstitut Ifop teilte mit, die Wahlbeteiligung werde voraussichtlich bei 80 Prozent liegen. 2007 waren es 84 Prozent.

„Diese Wahl hat Gewicht für die Zukunft Europas“, sagte Hollande nach seiner Stimmabgabe in einem Büro im zentralfranzösischen Tulle. „Es geht nicht nur um einen Wettstreit der Persönlichkeiten, die Menschen wollen wissen, welche Politik folgen wird“, sagte Hollande, der den Sparkurs Sarkozys lockern und Reformen zurücknehmen will. „Ich muss meinem Land neuen Lebensatem geben und ein neues
Bekenntnis für Europa abgeben.“

Sarkozy wählte in dem bürgerlichen 16. Arrondissement von Paris, ohne einen Kommentar abzugeben. Der Konservative erschien zusammen mit seiner Frau Carla Bruni. Sarkozy lag in letzten Umfragen sowohl für den ersten Wahlgang als auch für die Stichwahl am 6. Mai hinter Hollande.

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