Präsidentenwahl in Italien
Ciampi kandidiert nicht für zweite Amtszeit

Der scheidende italienische Präsident Carlo Azeglio Ciampi hat am Mittwoch erneut erklärt, für eine zweite Amtszeit nicht zur Verfügung zu stehen. Damit zeichnet sich eine weitere erbitterte Konfrontation von künftiger Regierung und Opposition bei der Wahl des neues Staatsoberhaupts ab.

HB ROM. Sowohl Parteien des bei der Parlamentswahl knapp siegreichen Mitte-links-Bündnisses von Romano Prodi als auch Anhänger der Koalition von Silvio Berlusconi hatten den 85-jährigen Ciampi aufgefordert, sich zur Wiederwahl zustellen.

Am Mittwoch erklärte dieser aber, er halte es im politischen System Italiens nicht für wünschenswert, wenn jemand zwei Amtszeiten an der Spitze des Staates stehe. Zudem zweifelte Ciampi an, noch über die Energie für weitere sieben Jahre im Amt zu verfügen.

Die beiden Kammern des neu gewählten Parlaments treten am 8. Mai zusammen, um das neue Staatsoberhaupt zu wählen. Sollten sich die rivalisierenden Blöcke nicht auf einen gemeinsamen Kandidaten einigen, könnte sich die Wahl über mehrere Tage hinziehen. Damit würde auch die Bildung einer neuen Regierung verzögert, denn Prodi braucht dafür den Auftrag des Präsidenten.

Prodi bedauerte am Mittwoch den Entschluss Ciampis, nicht erneut anzutreten. Der kommissarische Ministerpräsident Berlusconi sagte ebenfalls, er sei „sehr betrübt“. Gleichzeitig forderte er Prodis Bündnis auf, seinen Vertrauten Gianni Letta als gemeinsamen Kandidaten anzunehmen.

Dies galt allerdings als äußerst unwahrscheinlich. Es wurde erwartet, das die künftige Regierungskoalition einen Spitzenpolitiker aus den eigenen Reihen ins Rennen schickt. Hoch gehandelt wird dabei der frühere Regierungschef Massimo D'Alema von den Linksdemokraten. Noch vor der Entscheidung Ciampis hatte Berlusconi gesagt: „Gott verhindere einen linken Präsidenten.“

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