Präsidentenwahl in Pakistan
Musharraf darf erneut antreten

Pakistans Verfassungsgericht hat die Einsprüche gegen eine neuerliche Kandidatur von Präsident Pervez Musharraf für das Amt des Staatschefs zurückgewiesen. Damit blieben mehrere Petitionen der Opposition erfolglos.

HB ISLAMABAD. Der pakistanische Militärmachthaber Pervez Musharraf darf am 6. Oktober zur Präsidentenwahl antreten. Das Verfassungsgericht in Islamabad entschied am Freitag, es sei kein Hindernis, dass Musharraf zugleich Armeechef ist.

Musharraf hat angekündigt, seine Uniform erst nach der Wahl am Samstag kommender Woche, aber noch vor der Vereidigung abzulegen. Sollte er nicht wiedergewählt werden, will er Armeechef bleiben. Musharraf hat in den vergangenen Monaten dramatisch an Beliebtheit eingebüßt.

Das Gericht entschied am Freitag über die letzte von insgesamt zehn Petitionen, die Musharraf die Kandidatur untersagen lassen wollten, solange er Armeechef ist. Sechs der Richter stimmten dafür, die Petition abzulehnen, drei Richter stimmten dagegen.

Besonders umstritten ist, dass der 64-Jährige neben dem wichtigsten politischen Amt auch den Oberbefehl über die Armee hat. Dafür hatte er 2004 extra die Verfassung ändern lassen.

Der Präsident will sich am 6. Oktober vom Parlament in Islamabad und den Provinzparlamenten im Amt bestätigen lassen. Das Volk ist nicht zur Wahl aufgerufen. Musharraf hofft auf die dünne Mehrheit, die die regierende Pakistanische Muslim-Liga PML (Q) und verbündete Parteien in den Parlamenten haben. Oppositionsparteien haben für den Fall einer Kandidatur Musharrafs angekündigt, ihre Abgeordneten würden die Wahl boykottieren.

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