Präsidentenwahl in Peru
Stichwahl zwischen García und Humala

In Peru läuft die Stichwahl um das Präsidentenamt. Bis 23 Uhr MESZ am Sonntagabend sind 15,7 Millionen Wahlberechtigte zur Stimmabgabe für einen Nachfolger von Amtsinhaber Alejandro Toledo aufgerufen.

HB LIMA. Zur Wahl standen die beiden Erstplatzierten der ersten Wahlrunde vom 9. April, der frühere sozialdemokratische Präsident Alan García und der autoritär-nationalistische Ex-Militär Ollanta Humala. Beide versprachen eine entschiedene Bekämpfung der Armut, von der mehr als 50 Prozent der insgesamt etwa 27 Millionen Peruaner betroffen sind.

García (57) ging nach Umfragen als Favorit in die Wahl, aber auch ein Überraschungserfolg Humalas (43) galt nicht als völlig ausgeschlossen. Der Chef der Apra-Partei, dessen Amtszeit von 1985-1990 in politischem und wirtschaftlichem Chaos endete, profitierte nach Angaben der Meinungsforscher vor allem von der Angst der Mittel- und Oberschicht vor Humala.

García steht für die gemäßigte Linke Südamerikas, die wie etwa die chilenische Präsidentin Michelle Bachelet auf Marktwirtschaft setzt, und dabei Armut und soziale Ungleichheit entschiedener bekämpfen will als konservative Regierungen. Für viele Wähler sei die Wahl Garcías eine Entscheidung für das kleinere Übel, sagten Meinungsforscher.

Humala, dem schwere Menschenrechtsverbrechen während des Kampfes gegen die maoistischen Rebellen von „Sendero Luminoso“ (Leuchtender Pfad) vorgeworfen werden, propagiert hingegen einen aggressiven Nationalismus. In der Wirtschaftspolitik propagiert er linke Parolen, bei der inneren Sicherheit aber rechte Konzepte. Mit dieser Mischung konnte er vor allem bei der verarmten Bevölkerungsmehrheit Sympathien sammeln. Allerdings hat er noch nie ein öffentliches Amt bekleidet, verfügt über keine gewachsene Partei, und seine Mannschaft besteht aus weitgehend unbekannten Politikern.

Vor der Wahl hatten vor allem Äußerungen aus dem familiären Umfeld Humalas für Skandale gesorgt. Seine Mutter forderte, Homosexuelle öffentlich zu erschießen. Sein Bruder Antauro verlangte die Hinrichtung des scheidenden Präsidenten Alejandro Toledo und dessen Frau, Humalas Vater sprach sich für die Begnadigung des zu lebenslanger Haft verurteilten Rebellen-Chefs Abimael Guzman aus.

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