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Präsidentenwahl: Komorowski beflügelt Zloty und deutsch-polnische Beziehungen

Es war eine lange Zitterpartie, aber nun hat Bronislaw Komorowski doch die Stichwahl in Polen gewonnen. Oppositionsführer Jaroslaw Kaczynski hat seine Niederlage bereits eingeräumt. Der neue Präsident gilt als Wunschkandidat der Unternehmen und Finanzmärkte und beflügelte prompt die polnische Währung.

HB WARSCHAU/BERLIN. Der liberal-konservative Regierungskandidat Bronislaw Komorowski hat die Präsidentenwahl in Polen gewonnen. Laut dem am Montag veröffentlichten offiziellen Endergebnis erhielt Komorowski (58) 53 Prozent der Stimmen. Kaczynski (61) kam bei der Abstimmung auf 47 Prozent Auf den rechts-nationalen Oppositionsführer Jaroslaw Kaczynski entfielen 47 Prozent. Damit kann Ministerpräsident Donald Tusk im Kampf gegen das Haushaltsdefizit auf Unterstützung des neuen Staatsoberhaupts bauen. Noch am Wahlabend stimmte der Regierungschef seine Landsleute auf Einschnitte bei den öffentlichen Ausgaben ein.

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Bundesaußenminister Guido Westerwelle erklärte in Berlin, Komorowskis Sieg sei ein starkes pro-europäisches Signal. Mit Komorowski habe die Bundesregierung neben Ministerpräsident Donald Tusk und Außenminister Radoslaw Sikorski einen weiteren starken Partner für eine enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit. „Mit Präsident Komorowski werden wir genauso wie mit Premierminister (Donald) Tusk und Außenminister (Radoslaw) Sikorski einen starken Partner für diesen Kurs des Vertrauens und der Zusammenarbeit haben“, fügte der FDP-Politiker hinzu.

Auch die Parlamentarische Staatssekretärin im Auswärtigen Amt, Cornelia Pieper, zeigte sich mit dem Ergebnis zufrieden: „Bronislaw Komorowski ist ein uns allen bekannter Mann, der die Freiheitsbewegung „Solidarnosc' in Polen entscheidend mitgestaltet hat“, sagte die Polen-Beauftragte der Bundesregierung im Radiosender NDR Info. Die Beziehungen zwischen beiden Ländern seien so gut wie nie. Aber es gebe noch einiges zu tun. „Wir sind dabei, die Dreiecksbeziehung Deutschland-Polen-Frankreich zu stärken. Das hat eine große Bedeutung, auch für Europa“, sagte die FDP-Politikerin weiter.

Komorowski gilt als Wunschkandidat der Unternehmen und Finanzmärkte. Von dem fünffachen Familienvater wird erwartet, dass er eng mit dem reformorientierten Ministerpräsidenten Tusk zusammenarbeitet, der als unternehmerfreundlich gilt und die Einführung des Euro befürwortet. Dagegen lehnte Kaczynski im Wahlkampf Kürzungen bei den öffentlichen Ausgaben ab. Sein Bruder hatte als Präsident das Vetorecht des polnischen Staatsoberhaupts genutzt, um unter anderem eine Renten-, Gesundheits- und Medienreform zu blockieren.

Der polnische Zloty reagierte am Montag mit einer deutlichen Wertsteigerung gegenüber dem Euro. Die Landeswährung führte die Liste der Gewinner unter den Schwellenländer-Währungen an. Der Zloty legte gegenüber der europäischen Gemeinschaftswährung um 0,8 Prozent auf 4,1188 Zloty je Euro zu. Damit hat er seine Kursverluste in diesem Jahr auf 0,4 Prozent begrenzt.

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