Präsidentenwahl
Putin hängt Medwedew in Umfragen ab

Mehr Russen plädieren für eine Kandidatur Putins bei der Präsidentschaftswahl 2012.
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MoskauRussische Wähler sprechen sich laut einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Lewada in Moskau am ehesten für eine Rückkehr von Regierungschef Wladimir Putin 2012 in den Kreml aus. 27 Prozent der Befragten seien für eine Kandidatur Putins bei der Präsidentenwahl im März 2012, teilte das unabhängige Institut nach Angaben der Agentur Interfax am Freitag mit. Für eine Bewerbung von Amtsinhaber Dmitri Medwedew sprachen sich nur 15 Prozent der befragten Wähler aus.

Knapp 20 Prozent der repräsentativ ausgewählten 1600 Wahlberechtigten in 45 Regionen Russlands würden allerdings eine Kampfkandidatur der beiden mächtigsten Politiker befürworten. 23 Prozent wollten weder Putins noch Medwedews Namen bei der Direktwahl auf der Liste sehen. Die übrigen Befragten antworteten demnach, sie hätten sich noch nicht entschieden oder bevorzugten andere Politiker.

Kremlchef Medwedew hatte zwar durchblicken lassen, dass er eine zweite Amtszeit wolle, aber nicht gegen Putin antreten werde. Das Machttandem hat immer wieder erklärt, es unter sich auszumachen, wer von beiden antrete. Ex-Kremlchef Putin darf laut Verfassung 2012 wieder antreten. Viele Politologen in Moskau gehen davon aus, dass der machtbewusste Putin diese Möglichkeit nutzt.

Der kremlnahe Politik-Stratege Igor Jurgens meinte dagegen, dass Medwedew eine zweite Amtszeit bleiben werde. Putin sei zwar der „stärkere Akteur“. Er wird aber aus Sicht des Experten freiwillig von der Macht lassen und sich künftig mit der Rolle als „Vater der Nation“ zufriedengeben. Jurgens leitet das Moskauer Institut für moderne Entwicklung (Insor), in dem Medwedew den Ehrenvorsitz hat.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Präsidentenwahl: Putin hängt Medwedew in Umfragen ab"

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  • putin war und ist ein glücksfall für russland und damit auch für europa.er hat stabilität , ordnung und eine positive entwicklung gebracht. sein kurs der modernisierun russlands sowie der stärkung seiner internationalen rolle können nur unterstützt werden.

  • Real betrachtet heißt das doch, daß weder die Politik des einen noch des anderen die Wähler bisher überzeugt hat. Demokratie und Russland seinen unüberbrückbare Gegensätze zu sein, der neostalinistisch gefärbte Putinismus hat dies zementiert. Russland produziert selbst seine Dauerkrise, wie zu Sowjetzeiten, die Menschen haben sich daran gewöhnt. So lange Wodka, Westautos und Weiber noch in ausreichender Menge zur Verfügung stehen, wird so weiter geherrscht und gewirtschaftet, wie bisher.

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