Präsidentschaftskandidat Barack Obama: Der Mann mit dem „Klick“

Präsidentschaftskandidat Barack Obama
Der Mann mit dem „Klick“

Er ist Herausforderer von Hillary Clinton als Präsidentschaftskandidat der Demokratischen Partei, er stellt sich dem härtesten Wahlkampf der Welt: Barack Obama will der erste farbige Präsident der USA werden – und er versteht es, die Massen zu elektrisieren. Nur beim Alliierten Australien kommt er offenbar nicht ganz so gut an.

SPRINGFIELD. Kwame Raoul ist ein groß gewachsener, schlanker Mann mit blitzenden Augen. Wenn er spricht, wirkt er konzentriert. Er trägt einen Maßanzug, der ihn noch eleganter und jünger erscheinen lässt als 42. Raoul vertritt als Senator im Parlament des Bundesstaates Illinois den 13. Distrikt. Sein Wahlkreis liegt am südlichen Rand des Hyde Parks in Chicago.

Wer hier Erfolg haben will, der muss für alle wählbar sein – für die Schwarzen und die Weißen, für die Armen und die Reichen. Er muss einer sein, der nicht polarisiert, der über Gräben die Hand reichen kann. Einer wie Barack Obama.

„Barack kann Brücken bauen“, sagt Kwame Raoul und lehnt sich an das dunkle Holz seines Pults im altehrwürdigen State Capitol zu Springfield, der Hauptstadt von Illinois. Raoul sagt das so wie jemand, der von einem Freund spricht, den er noch vom Schulhof kennt, der jedoch auf einmal groß rausgekommen ist. Ein bisschen zu distanzlos – und mit ein bisschen zu viel Bewunderung.

„Es sind große Schuhe“, sagt Raoul. Der Senator meint die von Barack Obama, und er denkt dabei an sich. Denn Raoul ist Obamas Nachfolger: als Senator im Parlament von Illinois, als Vertreter des 13. Distrikts – und eben auch als ziemlich attraktiver, afroamerikanischer Mann im Kapitol von Springfield.

Kwame Raoul ist der Nachfolger von einem, der gerade seine Kandidatur für die Präsidentschaftswahlen im November 2008 bekannt gegeben hat und damit viele Menschen elektrisiert. Kwame Raoul ist der Nachfolger von einem, der vielleicht mal Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika sein wird, der mächtigste Mann der Welt.

Draußen vor dem Kongress trotzen Tausende Obama-Fans, Neugierige und Heerscharen von Reportern der beißenden Kälte, um Zeuge zu sein, wie sich Barack Obama aufmacht, den „American Dream“ auf die Probe zu stellen. Wie er herausfinden möchte, ob es immer noch stimmt, dass ein Mann mit Mut und Überzeugungen, mit Charisma und mit gutem Charakter in Amerika alles erreichen kann, wenn er nur will.

„Es ist Zeit für unsere Generation, die Herausforderung anzunehmen“, ruft Obama, 45, der Menge in Springfield zu. Das Signal zum Aufbruch soll es sein, zum Aufbruch gegen das Establishment von Washington, gegen die geölte Politmaschine in der so wenig geschätzten nationalen Kapitale, gegen opportunistisches Wegducken vor unangenehmen Wahrheiten. „Was uns aufhält, ist ein Versagen bei der Führung, wie kleingeistig unsere Politik ist, wie einfach wir durch das Kleinliche und Triviale abgelenkt werden“, sagt Obama. Er hat große Pläne: ein Gesundheitswesen für alle, Truppenabzug aus dem Irak, Integration von Einwanderern.

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