Präsidentschaftswahl in Afghanistan
Der Druck auf Karsai wächst

Die Stimmen mehren sich, welche die Gegner bei der Präsidentschaftswahl in Afghanistan zu einer Einheitsregierung drängen. Eine ansonsten wahrscheinliche Stichwahl zwischen dem amtierenden Präsidenten Hamid Karsai und seinem Herausforderer Abdullah Abdullah könnte für das Land und seine Bevölkerung gefährlich werden.
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HB KABUL. Zwei Monate nach der Präsidentschaftswahl in Afghanistan steigt der internationale Druck auf Staatschef Hamid Karsai und seinen Herausforderer Abdullah Abdullah zur Bildung einer Einheitsregierung. Damit soll eine Staatskrise abgewendet werden, nachdem die Abstimmung von massivem Wahlbetrug begleitet wurde und eine zweite Wahlrunde das Land weiter destabilisieren könnte.

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon, US-Außenministerin Hillary Clinton und der britische Premierminister Gordon Brown telefonierten in der Sache am Freitag mit beiden Kandidaten, wie inzwischen bekannt wurde. Am Samstag hielten sich der französische Außenminister Bernard Kouchner, der US-Senator John Kerry und der in Afghanistan sehr einflussreiche ehemalige US-Diplomat Zalmay Khalilzad zu politischen Gesprächen in Kabul auf.

Khalilzad hat beide Kandidaten nach eigenen Angaben zu einer raschen Einigung aufgefordert. „Ich habe sie gedrängt, die Ernsthaftigkeit der Umstände anzuerkennen und nun die Gelegenheit zu ergreifen“, sagte Khalilzad.

Ein Vertreter von Karsais Wahlkampfteam, der Abgeordnete Mohin Murstal, bestätigte den internationalen Druck zur Bildung einer Einheitsregierung. „Sie wollen, dass wir eine starke Regierung bilden, eine Koalitionsregierung.“ Murstal und ein Sprecher von Karsais Team, Waheed Omar, betonten jedoch, der Präsident werde sich vor der Bekanntgabe des amtlichen Endergebnisses auf keinerlei Handel einlassen.

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