Präsidentschaftswahl in der Ukraine
Timoschenko kandidiert, Klitschko verzichtet

Für die Präsidentschaftswahl am 25. Mai ist Timoschenko nun offiziell als Präsidentschaftskandidatin nominiert. Klitschko hat seine Kandidatur überraschend zurückgezogen: Der Boxweltmeister plant etwas anderes.
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KiewDie ukrainische Ex-Regierungschefin Julia Timoschenko hat sich am Samstag von ihrer Vaterlandspartei offiziell zur Kandidatin für die Präsidentenwahl am 25. Mai küren lassen. Timoschenko, die Russlands Präsidenten Wladimir Putin öffentlich als „Feind Nummer eins der Ukraine“ bezeichnet hatte, wurde bei einem Parteitreffen in Kiew einstimmig nominiert. Sie rief zu härterem Widerstand gegen die russische Annexion der Halbinsel Krim auf. „Wir müssen die Streitkräfte stärken, um unsere Sicherheit zu erhöhen“, sagte Timoschenko.

Ihr Comeback wird wegen ihres ausgesprochen antirussischen Kurses auch im Westen mit Sorge gesehen. Die Partei der Regionen des gestürzten Präsidenten Viktor Janukowitsch wählte unterdessen den russlandtreuen Ex-Gouverneur des ostukrainischen Gebiets Charkow, Michail Dobkin, zum Kandidaten der Wahl im Mai. Als unabhängige Kandidatin tritt zudem die populäre Ärztin Olga Bogomolez an.

Die 53-Jährige folgte damit nicht dem Beispiel von Oppositionspolitiker Vitali Klitschko. Dieser hatte überraschend seine Kandidatur zurückgezogen. Er wolle stattdessen Bürgermeister von Kiew werden, sagte der 42 Jahre alte Ex-Boxchampion am Samstag in der ukrainischen Hauptstadt. Bei der Präsidentenwahl in zwei Monaten unterstütze er den proeuropäischen Unternehmer Pjotr Poroschenko.

„Die einzige Chance zu siegen, ist die Nominierung eines Einheitskandidaten der demokratischen Kräfte“, betonte Klitschko als Vorsitzender der Partei Udar (Schlag). Die frühere Regierungschefin Julia Timoschenko forderte er mit Nachdruck auf, ihre Bewerbung ebenfalls zurückzuziehen. Von ihr gab es zunächst keinen Kommentar.

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