Präsidentschaftswahl in Frankreich Macron will „Null-Toleranz“ bei Straftätern

Die Gewalt ist in Frankreichs Vorstädten allgegenwärtig. Im Großraum Paris kommt es immer wieder zu Ausschreitungen. Der unabhängige Präsidentschaftskandidat Emmanuel Macron will mehr Polizei und fordert „Null-Toleranz“.
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Der 39-Jährige plädiert dafür, Polizisten mehr Kompetenzen einzuräumen. Quelle: Reuters
Emmanuel Macron

Der 39-Jährige plädiert dafür, Polizisten mehr Kompetenzen einzuräumen.

(Foto: Reuters)

ParisIn der Debatte um Gewalt in Frankreichs Vorstädten fordert der unabhängige Präsidentschaftsanwärter Emmanuel Macron „Null-Toleranz“ gegenüber Straftätern. Polizei und Gendarmerie müssten zudem zusammen 10 000 neue Stellen bekommen, sagte der frühere Wirtschaftsminister der französischen Tageszeitung „Le Figaro“ am Freitag.

Macron, der als einer der Favoriten im Präsidentschaftsrennen gilt, forderte eine Polizei der „täglichen Sicherheit“, die eng mit allen Beteiligten wie Bürgermeistern zusammenarbeiten solle. Der 39-Jährige plädierte auch dafür, Polizisten mehr Kompetenzen einzuräumen. „Ich wünschte, dass Polizisten unter der Kontrolle eines Richters einer Person unverzüglich verbieten können, in den Bereich zu kommen, wo sie ihre Verbrechen begeht.“ Er tritt auch dafür ein, 15 000 zusätzliche Gefängnisplätze zu schaffen.

Nach der umstrittenen Festnahme eines 22-Jährigen kommt es insbesondere im Pariser Großraum immer wieder zu Gewalt. Ein Beamter wird verdächtigt, den Mann mit einem Schlagstock vergewaltigt zu haben. Es brannten Autos, Fensterscheiben gingen zu Bruch.

Macron verteidigte in dem Interview zudem frühere Äußerungen zur kolonialen Vergangenheit seines Landes. Es habe Verbrechen und barbarische Handlungen gegeben. Das bedeute jedoch nicht, dass Menschen, die im damals französischen Algerien lebten oder in der Armee dienten, Verbrecher gegen die Menschlichkeit gewesen seien. Der „einzige Verantwortliche ist der französische Staat“, so Macron. Ihm wird in Umfragen zugetraut, im entscheidenden zweiten Wahlgang im Mai die Rechtspopulistin Marine Le Pen mit deutlichem Abstand zu schlagen.

  • dpa
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