Präsidentschaftswahl
Nicolas Sarkozy regiert Frankreich

Der neue französische Staatschef heißt Nicolas Sarkozy. Der 52-jährige Vorsitzende der konservativen Regierungspartei UMP entschied die zweite Runde der Präsidentschaftswahl überlegen für sich mit 53 Prozent der Stimmen. Sarkozy will auch die deutsch-französischen Beziehungen auf eine neue Grundlage stellen.

HB PARIS. „Ich liebe Frankreich. Jetzt ist der Moment gekommen, Frankreich zurückzugeben, was Frankreich mir gegeben hat“, sagte der Wahlsieger. Er präsentierte sich zugleich als Versöhner. Über alle Meinungsunterschiede hinweg wolle er „Präsident aller Franzosen“ sein. Er kündigte „Veränderungen für Frankreich an“, denn dafür habe er jetzt das „Mandat der Wähler“. Sarkozy sendete auch eine Botschaft an die Partner in der EU. Er glaube „zutiefst an den Aufbau Europas“.

Sarkozy wird sein Amt am 16. Mai übernehmen. Dann überreicht der scheidende Staatschef Jacques Chirac seinem Nachfolger in einer feierlichen Zeremonie den Schlüssel des Elysée-Palastes. Unmittelbar danach wird der neue Präsident eine neue Regierung berufen.

Die Sozialistin Ségolène Royal erhielt nach dem vorläufigen amtlichen Endergebnis 47 Prozent der Stimmen. Nach Verkündung des Wahlergebnisses räumte sie ihre Niederlage ein und wünschte Sarkozy, seine „Aufgabe im Dienste aller Franzosen“ zu erfüllen. Die Sozialistin hatte seit Januar in allen Meinungsumfragen stets hinter Sarkozy gelegen.

Der Sozialist Dominique Strauss-Kahn sagte, Royal habe die Präsidentschaftswahl bereits „im ersten Wahlgang“ am 22. April verloren. Er begründete die Niederlage mit der fehlenden programmatischen Erneuerung der französischen Sozialisten. Noch am Wahlabend zeichnete sich ab, dass der Parti Socialiste (PS) nun ein Macht-und Richtungskampf bevorsteht. Strauss-Kahn ließ seinen Ehrgeiz erkennen, künftig eine Führungsrolle bei der PS zu übernehmen. Aber auch Royal will weitermachen. „Was wir gemeinsam begonnen haben, werden wir gemeinsam fortsetzen“, sagte sie unter dem Jubel ihrer Anhänger.

Unmittelbar nach seinem Amtsantritt wird das neue Staatsoberhaupt eine neue Regierung berufen. François Fillon, im Wahlkampf engster politischer Berater von Sarkozy, gilt als Favorit für das Amt des Premierministers. Als Kandidaten für Ministerämter sind unter anderem die bisherige Verteidigungsministerin Michèle Alliot-Marie, der frühere Premierminister Alain Juppé und der Arbeits- und Sozialminister Jean-Louis Borloo im Gespräch.

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