Präsidentschaftswahl
Tea-Party bringt Palin für 2012 in Stellung

Die US-Kongresswahl am 2. November bestimmt nicht nur über die Sitzverteilung im Kongress, sondern gilt als erster Schritt für die Präsidentschaftswahl 2012. Sarah Palin könnte von einem Erfolg der Tea-Party profitieren. Doch ob sie das Zeug zur Präsidentin hat, ist selbst in der fundamentalistischen Bewegung umstritten.
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WASHINGTON. Wenn die Menschen in den USA am Dienstag zur Wahl gehen, bestimmen sie nicht nur die Machtverhältnisse im Kongress neu. Sie stellen auch die ersten Weichen auf dem Weg ins Weiße Haus.

Sarah Palin, die einstige Gouverneurin von Alaska, hat sich früh auf den Zug der Tea-Party gesetzt. Mehrfach stellte sie ihren Einfluss unter Beweis, etwa zuletzt bei der republikanischen Vorwahl in Delaware, als sie die skurrile Außenseiterin Christine O?Donnell unterstützte, die prompt gegen einen parteiinternen Favoriten gewann. Palin verkörpert genau jene Werte, die für die Tea-Party-Anhänger wichtig sind: Familie, wenig Staat, Konzentration auf Amerika.

Aber ob Palin tatsächlich das Zeug zur Präsidentin hat, wird selbst von Anhängern der Tea-Party bezweifelt. Dafür wirkt sie zu häufig oberflächlich und in den Themen nicht sattelfest. Doch zwei Jahre bis zur tatsächlichen Wahl sind eine lange Zeit. Und schon einmal wurde Palin abgeschrieben - irrtümlicherweise.

Die Tea-Party bietet ihr genau das Resonanzbecken, das ihr in der republikanischen Partei bislang gefehlt hatte. Dabei ist diese fundamentalistische Bewegung vor allem eine Reaktion auf den wachsenden Einfluss des Staates, der erst Firmen und Banken rettete und dann die Volkswirtschaft mit einem gigantischen Konjunkturprogramm ankurbeln wollte. Bei vielen Amerikanern löste das Unmut und schließlich Protest aus. Sie glauben, dass sich die USA unter Barack Obama viel zu weit von ihren Ursprüngen entfernen. Ursprünge, die mit Freiheit, Selbstverantwortung, wenig Staat und niedrigen Steuern umschrieben werden.

Doch damit allein wäre die Tea-Party auch nie so groß geworden, wie sie heute ist. Die "Tea Party Nation", eine der größten Organisationen innerhalb der Bewegung, schätzt die Zahl der Anhänger auf 15 bis 20 Millionen. Bei den Kongresswahlen treten rund 140 Kandidaten an, die ihr zugerechnet werden. Bis zu 25 haben eine gute Chance, in das Repräsentantenhaus einzuziehen, vier oder fünf Bewerber in den Senat.

Was dem republikanischen Establishment Angst macht, ist die Philosophie, die die Tea-Party-Kandidaten eint. Und die nimmt nicht nur die Demokraten ins Visier, sondern mit fast noch mehr Verve altgediente Washington-Republikaner. Die haben aus Sicht der Tea-Party die konservative Idee pervertiert. Insbesondere unter George W. Bush habe man sich von den republikanischen Kerngedanken entfernt. Besonders viel Ärger hat sich auch an der unter Obama verabschiedeten Gesundheitsreform entzündet.

Ihre Erfolgsstrategie hat sich die Tea-Party beim politischen Gegner abgeschaut. Bei der Organisation der Graswurzelbewegung nahm man ganz offen Anleihen bei der linken Gruppierung MoveOn.org oder der "Strategie der 50 Städte" des ehemaligen Chefs der Demokraten, Howard Dean. Auf der Mikroebene wurde der Protest organisiert und kanalisiert - per E-Mail, Mund-zu-Mund-Propaganda, durch die Ansprache ganz bestimmter Gruppen, wie etwa dem Militär. Bis heute ist dabei keine Organisation mit einem Dachverband entstanden, sondern mehrere unabhängig voneinander operierende Vereinigungen.

Kommentare zu " Präsidentschaftswahl: Tea-Party bringt Palin für 2012 in Stellung"

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  • Es sit nicht nachzuvollziehen, weshalb Ron Paul nicht als heisser Kandidat in der Presse gehandelt wird.er war bei den letzten Vorwahlen nur knapp hinter Mc Cain, obwohl er teilweise Redeverbot auf den Kongressen hatte. Ron Paul ist eine ikone der Tea Party mit seiner Forderung nach Abschaffung der FED und beendigung der Kriege. Während Palin eingentlich nur brünett und dumm ist. Aber gerade deshalb könnte Palin einflussreiche Förderer, auch in den Medien, hinter sich haben. Sie könnte in Kategorie Einfältigkeit G. Walker bush locker das Wasser reichen. Aber jedes Land bekommt eben das was es verdient!

  • Guten Tag,....Wenn Ronald Reagan Praesident und Clint Eastwood buergermeister waren;.... Wenn Terminator Arnold Gouverner ist;.... Warum soll dann diese huebsche Frau nicht Praesidentin werden. Mit der griegraemigen Angela kann sie eh mithalten. besten Dank

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