Präziser Angriff
El Kaida bestätigt Sarkawis Tod

Keine unbeteiligten Opfer und Sachschäden, die sich in Grenzen halten: Glaubt man Augenzeugen in der irakischen Kleinstadt Hibhib, dann hat es sich beim Angriff auf El-Kaida-Statthalter Abu Mussab el Sarkawi um eine präzise Operation der US-Luftwaffe gehandelt. Der meistgesuchte Terrorist im Irak ist tot – wie auch El Kaida inzwischen bestätigte.

HB BAGAD. Der 39 Jahre alte el Sarkawi hatte sich nach Angaben des irakischen Ministerpräsidenten Nuri el Maliki am Mittwochabend in einem Haus nahe der Ortschaft Hibhib nördlich der Rebellenhochburg Bakuba mit Gefolgsleuten getroffen, als das Gebäude von den US-Truppen aus der Luft angegriffen wurde. Neben el Sarkawi kamen sieben seiner Vertrauten ums Leben. El Kaida bestätigte den Tod Sarkawis am Mittag auf einer Homepage. Die Gruppe kündige aber an, sie werde den „Heiligen Krieg“ fortsetzen.

Bewohner von Hibhib berichteten am Donnerstag, die amerikanische Luftwaffe habe am Vorabend ganz gezielt eines von zwei nebeneinander liegenden Häusern beschossen. Beide Gebäude liegen nach Angaben der Augenzeugen inmitten von Feldern und Bauernhöfen. Nach dem Angriff seien die Region abgeriegelt und der Verkehr gestoppt worden. Selbst Ambulanzen seien von den Sicherheitskräften aufgehalten worden. Die Bewohner von Hibhib hätten erst am Donnerstag erfahren, wer da getötet wurde.

Augenzeugen hatten zunächst noch von zwei Frauen und einem Mann gesprochen, die bei dem Luftangriff gestorben seien, sowie von drei Menschen mit Verletzungen. El Sarkawi wurde nach Angaben der US-Armee anhand seiner Fingerabdrücke und von Narben identifiziert. Noch am Donnerstag will das Pentagon Fotos veröffentlichen.

Sarkawi stammt aus Jordanien und war dort wegen der Beteiligung an Anschlägen in Abwesenheit zum Tode verurteilt worden. Der Terrorist war der Anführer der El Kaida im Irak, die sich zu Dutzenden Anschlägen und Entführungen bekannt hat - darunter die Anschläge auf Hotels in der jordanischen Hauptstadt Amman im November, bei denen 60 Menschen getötet wurden. Die Attentate sollten zur Destabilisierung des von den USA und ihren Verbündeten nach der Invasion 2003 auf West- und Demokratiekurs gebrachten Landes dienen. Auch an Enthauptungen ausländischer Geiseln soll er maßgeblich beteiligt gewesen sein. So soll es Sarkawi gewesen sein, der vermummt auf einem Video vor zwei Jahren den entführten US-Bürger Nicholas Berg eigenhändig mit einem Messer enthauptete

Sarkawi kämpfte nach eigenen Aussagen für die Errichtung eines Kalifatstaates. Erst am vergangenen Feitag hatte sich Sarkawi mit einer neuen Audiobotschaft an seine Glaubensgenossen gewandt. In der Internetbotschaft rief er die Sunniten abermals zum Kampf gegen die schiitische Mehrheit auf.

Nato-Sprecher: „Er wird uns nicht fehlen“

Ministerpräsident El Maliki kommentierte den erfolgreichen Angriff mit den Worten: „Der Tod el Sarkawis ist zweifellos ein wichtiger Ansporn für alle, die den Terrorismus bekämpfen und auch für die Politiker und das irakische Volk. Das ist eine Botschaft an all jene, die den Weg der Gewalt eingeschlagen haben, das Töten und die Zerstörung zu beenden, bevor es zu spät ist. Wenn ein anderer el Sarkawi auftauchen sollte, dann werden wir auch ihn bekämpfen bis zum Tode.“

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Fotostrecke: Das Terrornetzwerk El Kaida

Der US-Botschafter im Irak, Zalmay Khalilzad, sprach von einem großen Erfolg für den Irak und im Kampf gegen den internationalen Terrorismus. Für die neue irakische Regierung sei es ein gutes Omen. Khalilzad gratulierte Maliki zu dem Erfolg und rief alle Iraker auf, sich nun hinter ihrem Regierungschef zu einen. Nato-Sprecher James Appathurai reagierte auf die Nachricht vom Tode des Terroristen mit den Worten: „Ich glaube, eindeutig sagen zu können, dass er uns nicht fehlen wird.“

Der britische Premierminister Tony Blair bezeichnete die Tötung el Sarkawis als wichtigen Schlag gegen das Terrornetzwerk El Kaida und „sehr bedeutenden Moment im Irak“ Bundeswirtschaftsminister Michael Glos sagte bei einem Besuch in Israel: „Wenn ein internationaler Terrorist ausgeschaltet wird, ist das immer eine gute Nachricht.“

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