"Prague Pride"
Tschechiens erste Homosexuellenparade

Die erste Homosexuellenparade Tschechiens sorgte für viel Wirbel: Präsident Vaclav Klaus, Diplomaten und ein katholischer Erzbischof mischten sich ein. Nun ging "Prague Pride" unter Polizeischutz über die Bühne.
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Prag/ BratislavaGeschützt von einem Großaufgebot der Polizei haben sich in Prag tausende Menschen zur ersten Homosexuellenparade in Tschechien eingefunden. Eine kleine Gruppe Rechtsextremer versuchte am Samstag, den Marsch durch das Prager Stadtzentrum zu behindern. Die Störer wurden aber von der Polizei auf Distanz gehalten. Im Vorfeld hatte Präsident Vaclav Klaus durch abfällige Bemerkungen über die Parade international für Empörung gesorgt. 

An dem Umzug, der den Höhepunkt des von Mittwoch bis Sonntag dauernden Homosexuellenfestivals „Prague Pride“ bildete, nahmen nach Schätzungen mehr als 3000 Menschen teil. Die Veranstalter hatten mit doppelt so vielen Besuchern gerechnet. 

Einzelne Teilnehmer protestierten mit Transparenten wie „Ich schäme mich für den Präsidenten“ gegen den verächtlichen Ton ihres Staatsoberhaupts. Auch andere konservative Politiker und die katholische Kirche hatten das Festival heftig kritisiert. Der selbst zur konservativen Partei ODS gehörende Prager Bürgermeister Bohuslav Svoboda lehnte es aber trotz einer schriftlichen Aufforderung des katholischen Erzbischofs Dominik Duka ab, seine Schirmherrschaft über die Veranstaltung zurück zu ziehen. 

Für diplomatische Auseinandersetzungen hatte im Vorfeld auch gesorgt, dass die Botschafter Deutschlands und zwölf anderer Länder die Veranstaltung ausdrücklich gegen die Kritik des Präsidenten in Schutz nahmen. Klaus warf den Diplomaten daraufhin eine Einmischung in eine „innenpolitische Diskussion“ vor.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " "Prague Pride": Tschechiens erste Homosexuellenparade"

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  • jeder nach seiner facon....wir können und sollten uns freuen, dass die zeiten, in denen menschen wegen ihrer sexuellen orientierung in deutschland unterdrückt wurden, der vergangenheit angehören.

  • Naja Vaclav Klaus hat sowieso bald das Ende seiner zweiten Amtszeit erreicht und dann verschwindet der von der Bühne. In der EU hat der sich aufgrund seiner EU-Kritik extrem schon vor Jahren isoliert.

    Bleibt also nur der Dauergegner unserer verlogenen und heuchelnden katholischen Klerikerspitze. Da lobe ich mir doch lieber in reformierten Kantonskirchen in der Schweiz, die lutherischen Kirchen Skandinavies und Islands, die Protestantische Kirche der Niederlande, die Anglikaner in Kanada, in USA und in England, die Church of Scotland, die Quäker, die Altkatholiken, die United Church in Christ, die United Church of Canada, die lutherischen, reformierten und unierten Landeskirchen der EKD in Deutschland, die Evangelical Lutheran Church in America und die Evangelical Lutheran Church in Canada sowie die Presbyterian Church (U.S.A.): in all diesen christlichen Kirchen werden homosexuelle Handlungen ethisch akzeptiert, dürfen Pfarrer offen homosexuell im Pfarhhaus ihr Amt ausüben und erhalten homosexuelle, verheiratete Paare einen Segnungsgottesdienst in den Kirchen.


    Nur bei den heuchelnden Katholiken an der Kirchenspitze wird beim Thema sexuelle Orientierung gelogen bis sich die Balken biegen. Viele der katholischen Bischöfe und Kardinäle sind selbst schwul, aber sie verraten es nicht und leben ein heimliches Doppelleben. Sie sollten endlich im Vatikan ehrlich und offen mit der sexuellen Orientierung ihrer eigenen Kleriker umgehen, aber das wird lieber geschwiegen, denn dann sind diese Priester/Bischöfe viel gefügiger und sogar teilweise erpressbar.

    Gut das es andere christlichen Kirchen gibt, wo hier gegensätzliche ethische Positionen vertreten werden. Es sind auch immer nur in den westlicehn Medien katholische Kleriker, die gegen die Rechte homosexueller Paare anpöbeln.

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