Preis als Argument
China rollt den Waffenmarkt auf

Simpel, robust – und billig: Waffen aus China werden immer beliebter, das Reich der Mitte ist zum ersten Mal in den Top 5 der Rüstungsexporteure. Doch auch hochtechnische Waffen kommen inzwischen aus China.
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PekingNach Plastikwaren, Maschinen und Elektroartikeln rollt China nun den Weltmarkt für eine weitere Produktgruppe durch unschlagbar günstige Preise auf: Waffen. „Zum ersten Mal seit dem Ende des Kalten Kriegs ist China unter den fünf größten Rüstungsexporteuren“, kommentieren Experten des Internationalen Friedensforschungsinstitutes Stockholm (Sipri). Das Sipri hat am Montag seinen aktuellen Bericht zum weltweiten Waffenhandel veröffentlicht. Ergebnis: Allein in der zurückliegenden Vierjahresperiode habe China 162 Prozent mehr Rüstungsartikel ausgeführt.

Wie in anderen Branchen auch ist in China in den vergangenen Jahren nach einer längeren Lernphase in die Anwendung und Massenproduktion übergegangen. Obwohl gerade im Flugzeugbau die Anleihen bei russischen und Vorbilder immer noch vorhanden sind, steigt zudem der Anteil eigener Ideen. Die chinesischen Waffen zeichnen sich oft durch simple Bedienung und robuste Konstruktion aus. Das wichtigste Verkaufsargument bleibt jedoch der Preis. „Chinesische Waffen sind nicht so hochwertig wie beispielsweise deutsche“, sagt ein Rüstungsexperte in Peking. „Dafür sind sie um so billiger.“

Entsprechend sieht die Verteilung der Abnehmer aus. Chinas Rüstungsexporte gehen zu 95 Prozent in andere Schwellenländer, drei Viertel davon nach Asien. Größter Abnehmer ist das verbündete Pakistan. Auch Platz zwei folgt Myanmar, wo bis vor kurzem das Militär diktatorisch geherrscht hat. Der drittgrößte Kunde ist das bitterarme Bangladesch. Auch die afrikanischen Länder Nigeria oder Tansania tauchen unter den größeren Abnehmern auf. Die beliebtesten Produkte sind Kampfflugzeuge und Panzer.

Der Aufstieg Chinas unter die fünf größten Waffenlieferanten ist kein Zufall. Peking fördert derzeit aktiv den Rüstungsexport. Das bringt nicht nur Geld für die heimische Industrie, sondern auch gewaltige diplomatische Pluspunkte. Wenn die Abnehmer auf den schwarzen Listen westlicher Exporteure stehen, ist ihre Dankbarkeit gegenüber dem großen Verbündeten in Fernost umso größer.

Auch hochtechnische Waffen kommen inzwischen zu Discount-Preisen aus China. Auf der Luftfahrschau im Südchinesischen Zhuhai hat die China Aviation Industry Corporation beispielsweise ein unbemanntes Flugzeug vorgestellt, eine sogenannte Drohne. Experten schätzen, dass sie für unter einer Million Dollar als Schnäppchen angeboten wird. Die vergleichbare US-Konkurrenz „MQ-1 Predator“ ist etwa fünfmal teurer.

Finn-Robert Mayer-Kuckuk
Finn Mayer-Kuckuk
Handelsblatt / Korrespondent Peking

Kommentare zu " Preis als Argument: China rollt den Waffenmarkt auf"

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  • Ist Ihnen geschichtlich aufgefallen, dass das Mensch ein Massenmörder per Konstruktion ist? Inka, Azteken, Indianer, Hugenotten, Juden, Inquisition und der Neandertaler würden Ihnen ein Liedchen singen, so sie noch können. Ich schiebe dies auf die extreme Vermehrungsrate, Krieg ist ein Wachstumsbremser, ohne ihn wären wir jetzt wieviele zig Mrd? Sie spüren es doch schon in der Gesellschaft: Wehe den Wehrlosen.

  • Doch! Und zwar auf den Drittschauplätzen wie Irak, Afghanistan, Libyen, etc. die ja genau dazu dienen die Rüstungsindustrie am Laufen zu halten.

    Aber mal im Ernst, es macht keinen Sinn seine Lebensenergie in die Erschaffung von Destruktoren zu investieren. Das ist noch Kleinkind-Niveau vor dem ersten selbstgelungenen Turmbau...

    Schade, dass das Geld nicht in alternative Weltraumtechnik gesteckt wird! Da würde man wenigstens was für die gesamte Menschheit tun...

  • Die Armee der Sowjetunion hatte im kalten Krieg auch mehr als doppelt so viele Waffen wie der Westen. Was hat es genutzt? Solange der Westen (USA, GB, Frankreich) über ausreichende Atomwaffen verfügt, kann ein Gegner so viele konventionelle Waffen haben wie er will. Sie bringen im schlichtweg nichts!

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