Premier Cameron tritt am Mittwoch zurück
Die neue eiserne Lady übernimmt

Jetzt geht es ganz schnell: Der britische Premier David Cameron tritt schon am Mittwoch zurück. Dann übernimmt Innenministerin Theresa May. Sie hält am Brexit fest und will den EU-Austritt zu einem „Erfolg“ machen.

LondonInnenministerin Theresa May (59) wird nach Margaret Thatcher die zweite Premierministerin Großbritanniens. Der britische Premierminister David Cameron kündigte am Montagnachmittag an, er werde am Mittwoch zurücktreten. Danach werde May übernehmen. Damit vollzieht sich der Amtswechsel in London schneller als zunächst geplant. Cameron hatte nach seiner Niederlage beim Brexit-Referendum seinen Rücktritt für September in Aussicht gestellt.

Mays einzige verbliebene Konkurrentin um Camerons Nachfolge, Energie-Staatssekretärin Andrea Leadsom, hatte am Montagmittag überraschend ihren Rückzug angekündigt. Leadsom begründete ihre Entscheidung mit mangelnder Unterstützung in der Partei.

Die 59-jährige May hatte nach dem historischen Votum mehrfach bekräftigt, sie wolle den Austritt durchsetzen. Dabei hatte sie sich vor dem Referendum – im Gegensatz zu Leadsom – für einen EU-Verbleib ausgesprochen. „Als Premierministerin werde ich sicherstellen, dass wir die Europäische Union verlassen“, betonte May, die eine erneute Abstimmung ablehnt: „Brexit bleibt Brexit.“ Die als unnachgiebig geltende Politikerin fügte am Montag hinzu, sie werde aus dem Austritt einen „Erfolg“ machen.

Der Austritts-Artikel 50 des EU-Vertrags soll nicht vor Jahresende aktiviert werden. Vorher müsse die eigene britische Linie klar sein, sagte May. Sie wolle bei den Verhandlungen mit der EU darauf hin arbeiten, „die besten Konditionen“ für ihr Land herauszuschlagen. Die designierte Regierungschefin will sich außerdem stark machen „für ein Land, das für alle da ist, nicht nur für die wenigen Privilegierten“.

Die Verhandlungen mit der EU dürften schwierig werden: Einerseits will May, dass die britische Wirtschaft auch nach dem Brexit Zugang zum EU-Binnenmarkt hat. Andererseits will sie früheren Aussagen zufolge das damit verbundene Recht auf Arbeitnehmerfreizügigkeit im Binnenmarkt nicht akzeptieren.

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