Premier Erdogan will auf Angebot eingehen
PKK kündigt einseitigen Waffenstillstand an

Die verbotene kurdische Arbeiterpartei PKK will die Waffen ruhen lassen: Guerilla-Kommandeur Murat Karayilan kündigte am Wochenende einen ab Sonntag wirksamen einseitigen Waffenstillstand an. Der türkische Ministerpräsident Tyyip Erdogan will das Waffenstillstandsangebot ernsthaft prüfen.

ANKARA. Die PKK reagiert damit auf einen Appell ihres inhaftierten Führers Abdullah Öcalan. Der türkische Ministerpräsident Tayyip Erdogan ließ die Bereitschaft erkennen, auf die Waffenruhe einzugehen.

Die PKK werde die Waffen niederlegen, sich aber gegen Angriffe der türkischen Sicherheitskräfte, die ihre „Vernichtung“ zum Ziel hätten, weiterhin zur Wehr setzen, erklärte Rebellenführer Karayilan am Samstag in einem PKK-Lager in den nordirakischen Kandil-Bergen. Einen dauerhaften Frieden werde es aber nur geben, wenn die Türkei eine demokratische Lösung der Kurdenfrage anbiete. Die Waffenruhe biete dafür eine „historische Chance“, sagte Karayilan.

Offen blieb zunächst, ob sich auch die Terrororganisation „Freiheitsfalken Kurdistans“ (TAK), die als PKK-Splittergruppe gilt, an die Waffenruhe halten wird. Sie hat in den vergangenen Monaten Dutzende von Anschlägen auf touristische Einrichtungen im Westen und Süden des Landes verübt. Dabei gab es viele Tote. Am Sonntag wurden bei einer Bombenexplosion in der südtürkischen Hafenstadt Mersin drei Menschen verletzt. Wer hinter dem Anschlag steckt, war zunächst unklar.

Ministerpräsident Erdogan sagte, man müsse nun abwarten, wie ernst es der PKK damit sei, die Waffen niederzulegen. Wenn sich die Organisation an die Waffenruhe halte, werde es „ohne zwingenden Grund“ keine militärischen Operationen gegen die Rebellen geben, zitierte die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu den Premier. Das ist ein neuer Akzent. Bisher ignorierten die türkischen Sicherheitskräfte alle Waffenstillstandangebote der PKK. Erdogan machte seine Äußerung vor Journalisten auf dem Flug in die USA, wo er heute mit Präsident George W. Bush zusammentreffen will.

Dass die PKK ihr Waffenstillstandsangebot unmittelbar vor diesem Treffen machte, dürfte kein Zufall sein. Denn eines der Themen, die Erdogan und Bush besprechen wollen, ist die Präsenz der PKK im Nordirak. Dort werden etwa kurdische 4 000 Rebellen vermutet. Seit Jahren drängt die türkische Regierung die USA, gegen die PKK-Lager vorzugehen, bisher allerdings vergeblich. Unter dem Eindruck der jüngsten Terroranschläge der TAK und zunehmender Gefechte in der Südosttürkei signalisierten die USA jetzt mit der Ernennung eines Sonderbeauftragten, dass sie den Umtrieben der PKK im Nordirak nicht länger untätig zusehen wollen.

Seite 1:

PKK kündigt einseitigen Waffenstillstand an

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%