Premier Orbán
Ungarn will die Ukraine als Puffer zu Russland

Ungarns rechtsnationaler Premier Orbán plädiert für einen mittelfristigen Beitritt der Ukraine zur Europäischen Union. Sein Verhältnis zu dem von ihm bewunderten Putin ist mittlerweile zwiespältig.
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Düsseldorf/WienDer ungarische Ministerpräsident Viktor Orbán gilt in der EU als einer der wenigen Verbündeten von Russlands Präsident Putin. Er hat sich mit am deutlichsten über die EU-Sanktionen gegen Russland beschwert. Europa schieße sich damit „selbst in den Fuß.“ Im Handelsblatt-Interview vollzieht der rechtsnationale Politiker eine Kehrtwende. Orbán plädiert nun für einen mittelfristigen EU-Beitritt der Ukraine. (Das vollständige Interview finden Digitalpass-Kunden hier zum Download).

„Aus unserer Sicht ist die Mitgliedschaft der Ukraine wünschenswert, dafür muss das Land aber politisch und wirtschaftlich stabil sein und seine Grenzen kontrollieren können“, sagte Orbán dem Handelsblatt. Vor einem solchen Schritt müssten aber die wirtschaftlichen Probleme der Ukraine gelöst werden. Noch könne das Land nicht auf eigenen Beinen stehen, so der Chef der rechtsnationalen Fidesz-Partei. „Wir müssen klären, wer die jährlich 25 Milliarden Euro zahlt, die nötig wären, die Ukraine aufrecht zu erhalten. Das sind die Kosten für das Nicht-EU-Mitglied Ukraine.“

Die  Regierung in Budapest wünscht sich, die Ukraine als Puffer zu Russland zu etablieren. „Wir haben ein Interesse daran, dass es etwas gibt zwischen Ungarn und Russland – und das ist die souveräne Ukraine“, sagte Orbán. „Wir haben eine gemeinsame Grenze mit der Sowjetunion gehabt, und es hat lange gedauert, bis wir die losgeworden sind. Wir wollen das Ding nicht wieder haben.“

Der Chef  der rechtspopulistischen Fidesz-Partei selbst habe den Kalten Krieg 26 Jahre miterlebt und wisse, was das bedeute. „Meine Generation in Ungarn will das Leben nicht zu Ende bringen, wie wir es begonnen haben“, sagte Orbán. Die Mitteleuropäer seien Russland am nächsten. Deshalb müssten jetzt ihre strategischen Interessen im Mittelpunkt stehen.Wir haben in den Kriegen in Afghanistan und im Irak unseren Bündnispartnern beigestanden. Jetzt sollten die Anderen auch solidarisch mit uns sein.

Zu seinem persönlichen Verhältnis zum russischen Staatspräsidenten Wladimir Putin sagte der ungarische Premier: „Ich habe mit ihm schwere Verhandlungen geführt. Dabei hatten wir erfolgreiche - und auch äußerst peinliche Momente.“

Mallien Jan
Jan Mallien
Handelsblatt / Geldpolitischer Korrespondent
Hans-Peter Siebenhaar ist Handelsblatt-Korrespondent in Wien und ist Autor der Kolumne „Medienkommissar“.
Hans-Peter Siebenhaar
Handelsblatt / Korrespondent für Österreich und Südosteuropa

Kommentare zu " Premier Orbán: Ungarn will die Ukraine als Puffer zu Russland"

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  • Leider sind hier wieder die russischen Trolle a schreiben. Auch AfD Leue versuchen sich hier mit Unterstützung des Putin-Systems zu profilieren. das sind schon vaterlandslose Gesellen!

  • Das weiß Orban auch.
    Deshalb ist es ja auch leicht, einen EU-Beitritt für den Sankt-Nimmerleinstag vorzuschlagen. Er zeigt sich dadurch EU-freundlich (genauso wollen es die Brüsseler Autokraten ja) und weiß doch gleichzeitig, dass der EU-Beitritt der Ukraine bei DIESEN, von ihm genannten Bedingungen nie käme - weil z.B. die Korruption viel zu hoch ist.
    Wird der Beitritt trotzdem von Brüssel forciert, hat er saubere Hände und kann sagen "sehr her, hab' ich's nicht gesagt!"

  • Wo wir gerade beim Thema Ukraine sind: Was machen die Scheinermittlungen zu MH17? Alle "Ermittler" schon im Tiefschlaf oder malen die mit Powell-Point wieder mal Satellitenfotos für den millionenschweren Pioccio-Obama?

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