Premier vor Gericht
Berlusconi verteidigt Folgen der Sex-Party

Glaubt man Silvio Berlusconi, so waren die wilden Spielchen mit dem Callgirl "Ruby" und anschließende Telefonate eine diplomatische Notwendigkeit. Der Prozess wird ohne den umstrittenen Medienmogul fortgesetzt.
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RomDer Sexprozess gegen Silvio Berlusconi ist am Montag ohne den umstrittenen italienischen Regierungschef fortgesetzt worden. Weder der 75-jährige Medienmogul noch das 18-jährige marokkanische Callgirl „Ruby“ erschienen im Mailänder Gerichtssaal, wie italienische Medien berichteten. Die Verteidigung beantragte in Erwartung einer Entscheidung des Verfassungsgerichts eine Vertagung des Verfahrens. Dieses soll entscheiden, ob das Mailänder Geschworenengericht überhaupt zuständig ist.

Berlusconi war dort vorstellig geworden, weil der Fall nach Einschätzung seiner Anwälte vor ein spezielles Ministergericht gehört. Das Verfassungsgericht in Rom will im Februar nächsten Jahres entscheiden.

Der Premier sitzt in dem auch international stark beachteten Prozess wegen Amtsmissbrauchs und verbotenem Sex mit einer Minderjährigen auf der Anklagebank. Die Staatsanwälte legen ihm zur Last, die damals 17-jährige Marokkanerin „Ruby“ alias Karima el-Marough 2010 mit Geld, Schmuck und anderen Wertsachen zu wilden Bunga-Bunga-Nächten bewegt zu haben. Sein Amt habe er missbraucht, als er sie später persönlich mit einem Anruf bei der Polizei vor einer Festnahme wegen Diebstahls rettete.

Berlusconi verteidigte sein Vorgehen. Er habe so handeln müssen, um einen diplomatischen Zwischenfall zu vermeiden. Er habe angenommen, dass das Mädchen eine Nichte des damaligen ägyptischen Staatschefs Husni Mubarak sei. Auch deswegen gehöre der Fall - wenn überhaupt - vor ein Ministergericht, argumentierten die Anwälte.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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