Premier Wen Jiabao trifft US-Präsident Bush in Washington
China warnt die USA vor der Unterstützung Taiwans

Der chinesische Ministerpräsident Wen Jiabao wird am Dienstag mit US-Präsident George W. Bush zusammentreffen. Wen war am Sonntag zu einem dreitägigen USA-Besuch in New York eingetroffen. Im Mittelpunkt seiner Reise stehen der amerikanisch-chinesische Handelsstreit sowie die Spannungen um Taiwan. Es ist die erste USA-Reise des chinesischen Regierungschefs seit seinem Amtsantritt im März. Der Besuch fällt mit dem 25. Jahrestag der Wiederaufnahme diplomatischer Beziehungen zwischen den USA und der Volksrepublik China zusammen.

NEW YORK/PEKING. Zwischen beiden Ländern gibt es eine Reihe von Streitfragen. Das zentrale Thema wird der Zwist über chinesische Billigimporte in die USA sein. Ausgelöst wurde der jüngste Disput durch Sanktionen des US- Präsidenten gegen chinesische Textilien wie BHs, Bademäntel sowie Fernsehgeräte. China kündigte zwar Gegenmaßnahmen und eine Überprüfung durch die WTO an. Man vermied jedoch die Wahl allzu scharfer Worte. Wen Jiabao würde formal gar nicht die jüngsten Tarife der USA gegen einige chinesische Fernsehhersteller ansprechen, sagte der stellvertretende Außenminister Zhou Wenzhong. „Der Premier wird es anderen Offiziellen überlassen, diese Themen zu behandeln.“ Stattdessen wolle er den Amerikanern vorrechnen, dass China in den kommenden drei Jahren Waren im Wert von 1000 Mrd. Dollar in den USA kaufen werde. So klingen versöhnliche Töne. Sie signalisieren, dass Peking nicht an einer Eskalation im Handelsstreit interessiert ist.

Die USA wollen die Wechselkursfrage ansprechen. Sie werfen China vor, sich über die feste Anbindung der Landeswährung an den Dollar im Handel Wettbewerbsvorteile zu verschaffen. China dürfte im Außenhandel mit den USA in diesem Jahr einen Überschuss von mehr als 120 Mrd. Dollar erzielen. Die USA treten deshalb für eine Aufwertung der chinesischen Währung ein. Bei seinem China-Besuch habe er bereits konstruktive Gespräche über die Wechselkurse geführt, sagte Finanzminister John Snow. Dies müsse man auch im Zusammenhang damit sehen, dass China seine mit dem Beitritt zur Welthandelsorganisation (WTO) eingegangenen Verpflichtungen erfüllen müsse. Snow: „Wir machen Druck auf China, ihre WTO-Verpflichtungen zu erfüllen.“

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