Premierminister-Posten
Blair wirbt für seinen Nachfolger

Tony Blair ebnet den Weg für seinen Nachfolger. Erstmals hat der britische Premierminister klar den Namen seines Favoriten genannt.

HB LONDON. „Ich bin absolut glücklich damit, dass Gordon mein Nachfolger sein wird“, sagte Blair dem Boulevardblatt „Sun“. Gemeint ist der jetzige Finasnzminister Gordon brom, der schon lange als heißer Kandidat für die Zeit nach Blair gehandelt wurde. „Er muss wissen, dass er mich ablösen wird, und das ist sehr richtig so."

Der Regierungschef hat bereits angekündigt, kein viertes Mal zur Wahl anzutreten, eine ausdrückliche Unterstützung des parteiinternen Favoriten Brown bislang aber immer vermieden. Blair hat im Mai vergangenen Jahres zum dritten Mal in Folge die Wahlen gewonnen. Seither wird in Großbritannien viel darüber spekuliert, wann er den Weg für Brown freimacht. Viele Experten gehen davon aus, dass Blair nach zwei Jahren und damit ungefähr zur Hälfte der laufenden Legislaturperiode zurücktritt.

Blair bekräftigte in dem Interview jedoch, dass er zunächst sein radikales Reform-Programm durchziehen wolle, bevor er abtrete. „Ich bin da und werde das gesamte Programm umsetzen“, sagte er. „Wir hatten vor einem halben Jahr eine Wahl und die Menschen erwarten das von mir.“

Der Wahlkampf der regierenden Labour-Partei hatte sich stark auf die wirtschaftspolitischen Erfolge Browns gestützt, während auf Blair selbst der Konflikt um den Irak-Krieg lastete. Die Anhänger Browns verlangen von Blair, dass er seinem Nachfolger rechtzeitig die Chance gibt, sich gegen die Opposition aus Konservativen und Liberalen zu profilieren. Die Konservativen haben kürzlich mit David Cameron einen neuen, jungen Parteichef ins Rennen geschickt.

Die Liberalen dürften dagegen in den kommenden Monaten erst einmal mit sich selbst beschäftigt sein. Ihr Parteichef Charles Kennedy räumte am Donnerstag Alkoholprobleme ein und bat um eine Bestätigung im Amt durch eine parteiinterne Abstimmung. Er sei überzeugt davon, dass er seine Krankheit überwunden habe, und wolle sich nach den wochenlangen Spekulationen über seine Person neu zur Wahl stellen, erklärte Kennedy. Die Liberalen hatten im Mai mehr Sitze als je zuvor errungen. Die nächsten Parlamentswahlen in Großbritannien finden voraussichtlich 2009 statt.

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