Presse
Erneut brutaler Angriff auf russischen Journalisten

Kurz nach der Attacke auf einen "Kommersant"-Journalisten ist nahe Moskau erneut ein russischer Reporter zusammengeschlagen worden. Er hatte unter anderem über Pläne für einen umstrittenen Autobahnbau berichtet. Präsident Medwedjew forderte derweil Schutz für die Presse.
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HB MOSKAU. Zwei Tage nach dem schweren Angriff auf einen "Kommersant"-Journalisten ist erneut ein russischer Reporter zusammengeschlagen worden. Anatoli Adamtschuk sei direkt vor der Redaktion in der 25 Kilometer südöstlich von Moskau gelegenen Kleinstadt Schukowski von zwei Männern angegriffen worden, sagte seine Kollegin Anastasia Grigorijewa am Montag der Nachrichtenagentur Reuters. "Er hat ihre Gesichter nicht gesehen, aber er hörte sie den Namen unserer Zeitung brüllen."

Der Journalist erlitt eine Gehirnerschütterung und einige kleinere Verletzungen. Kollegen führen den Angriff auf Adamtschuks Berichterstattung über Pläne für einen umstrittenen Autobahnbau zurück. Der Journalist hatte in der vergangenen Woche Berichte über mehrere Jugendliche geschrieben, die wegen Protesten gegen die Stadtverwaltung von der Polizei festgenommen worden waren.

Erst am Samstag war in Moskau der Journalist Oleg Kaschin von der angesehenen Zeitung "Kommersant" Opfer eines Angriffs geworden. Er liegt seitdem mit Schädelverletzungen und zahlreichen Knochenbrüchen im Koma. Die russische Polizei ermittelt wegen versuchten Mordes.

Der russische Präsident Dmitri Medwedjew hat unterdessen erstmals einen Schutz für Reporter gefordert. Wegen der herausragenden gesellschaftlichen Bedeutung ihrer Arbeit müsse sie der Staat besser schützen als andere Berufe. Das sagte Medwedew am Montag nach Angaben der Agentur Interfax bei einem Treffen mit Journalisten der Regierungszeitung "Rossijskaja Gaseta".

Attentate auf Medienvertreter kommen in Russland immer wieder vor: Dem Komitee für den Schutz von Journalisten zufolge wurden in den vergangenen zehn Jahren 19 Morde an Medienvertretern nicht aufgeklärt, darunter auch der Fall der 2006 getöteten Kreml-Kritikerin Anna Politkowskaja.

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