Pressekonferenz von US-Präsident George W. Bush
Irak soll am Verfahren gegen Saddam beteiligt werden

US-Präsident George W. Bush will beim geplanten Gerichtsverfahren gegen den ehemaligen irakischen Psidenten Saddam Hussein mit den Irakern zusammenarbeiten.

HB WASHINGTON. Die USA würden bereits mit den Irakern zusammenarbeiten, um nach einem guten Weg zu suchen, Saddam vor Gericht zu stellen, sagte Bush bei seiner letzten offiziellen Pressekonferenz in diesem Jahr. Gegenüber Deutschland und Frankreich betonte er bei der Pressekonferenz seine Bereitschaft zur Zusammenarbeit.

Die Iraker seien die Opfer Saddams gewesen, sie seien gefoltert, vergewaltigt und ermordet worden. Deshalb müssten sie nun an dem Verfahren beteiligt sein, sagte Bush bei der kurzfristig angesetzen Pressekonferenz im Weißen Haus. Der Präsident betonte, der Prozess müsse fair sein und der internationalen Begutachtung standhalten.

Auf die Frage, ob er die Todesstrafe für Saddam befürworte, sagte Bush, er habe dabei seine persönliche Meinung. Saddam sei ein brutaler Diktator gewesen, der viele Menschen ermordet habe. „Aber meine Ansicht, meine persönliche Ansicht, ist in dieser Frage nicht wichtig. Entscheidend ist die Meinung der irakischen Bürger.“

Zu der Frage, ob die Festnahme Saddam Husseins helfen könne, die Divergenzen zwischen dem Ausland und den USA wegen des Irak-Krieges zu überbrücken, verwies der Präsident auf die Unterstützung von 60 Staaten im Irak. Es gebe nur ein, zwei Länder - Deutschland und Frankreich -, die anderer Meinung gewesen seien, aber hier habe es Bemühungen beider Seiten gegeben, die Differenzen beizulegen. Es sei im Interesse beider Seiten zusammenzuarbeiten. Der Präsident lobte in diesem Zusammenhang den deutschen Einsatz in Afghanistan.

Bush betonte, auch jetzt bemühten sich die USA um Annäherung. Sein Beauftragter für die irakische Schuldenfrage, Ex-Außenminister James Baker, besuche zur Zeit Frankreich und Deutschland. Baker wolle sich in Paris und Berlin um Unterstützung für einen Schuldenerlass bemühen.

Bush betonte, der Irak sei nach der Gefangennahme Saddam Husseins endgültig auf dem Weg zur Freiheit. Die Festnahme sei das „Ende eines Albtraums“. Die Iraker müssten nun keine Angst mehr haben. Die Tyrannei des Baath-Regimes sei endgültig vorüber, sagte Bush. Nun könnten die Iraker mit neuem Vertrauen an dem Wiederaufbau des Iraks arbeiten.

Bush erklärte weiter, dass die Vereinigten Staaten auch nach der Gefangennahme Saddam Husseins „den Kurs halten“ würden. „Die USA bleiben, bis ihre Aufgabe erfüllt ist“, sagte Bush. Es bleibe dabei, dass der Umfang der US-Streitkräfte auf irakischem Boden von der Sicherheitslage abhängig gemacht werde. Das irakische Volk solle wissen, dass es weiter auf die Vereinigten Staaten bauen könne.

Zugleich warnte der US-Präsident vor zu großen Optimismus, dass die Gewalt im Irak nun aufhöre. „Es wird mehr Gewalt geben“, sagte Bush. Es gebe weiterhin Anhänger des alten Saddam-Regimes und Terroristen, „die die Idee eines freien Iraks nicht ausstehen können“.

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