Pressespiegel
Klimabericht rüttelt wach

Der erschreckende Klima-Bericht der Vereinten Nationen ist Top-Thema in den Medien. Politiker müssen herbe Kritik einstecken. Nachdem sie die Vorboten des Klimawandels jahrelang ignoriert hätten, würden sie sich jetzt mit Warnungen und Absichtsbekundungen überbieten. Auch Lobbyisten und Privatpersonen sind aufgefordert, klimabewusster zu leben.

Das Ziel ist spätestens nach diesem Weltklimabericht klar. Alle sollten sich auf den unabwendbaren Klimawandel vorbereiten. Und die Treibhausgas-Emissionen müssen gesenkt werden, damit die Folgen der Erwärmung uns nicht überrollen. Individuell ist ein neues Umweltbewusstsein, ein Klimabewusstsein, gefragt. Wenn jeder beim Einkauf energiesparende Produkte bevorzugt und sich im Alltag oft für die umweltschonende Variante sei es beim Heizen oder im Verkehr entscheidet, ist schon viel gewonnen. Flugreisen sind Gift für das Klima: Jeder weiß das, kaum einer handelt danach. Beim Hausbau, beim Autokauf es gibt viele Gelegenheiten, klimabewusst zu sein. (Berliner Zeitung)

Der Bericht der UN-Klimabehörde erinnert an das Ergebnis eines Arzt-Besuchs. Der Mediziner hat einen Patienten auf Herz und Nieren untersucht und musste ihm eine bittere Diagnose stellen: Wenn Sie so weiter leben, werden Sie nicht alt. Nun ist es am Patienten zu entscheiden, ob er das gesünderes Leben wählt oder den Rat des Arztes in den Wind schlagend auf einige Lebensjahre verzichtet. Das Leben eines Schwerkranken ändert sich dramatisch, wenn er den Kampf gegen die Krankheit aufnimmt. So wird es auch uns gehen, wenn die Botschaft aus Paris Bedeutung bekommen soll. Wer die Warnungen der Klimaforscher ernst nimmt, muss sein Leben verändern. Der Schlüssel liegt im Energieverbrauch. Weil es uns Deutschen immer schwer gefallen ist, freiwillig auf liebgewordene Gewohnheiten zu verzichten, werden wir ein Diktat über den Geldbeutel erleben. Preise rauf für Autofahren und Fliegen, für Heizen und Strom. Nur wer sich klimafreundlich verhält, darf entschädigt werden. Man muss kein Prophet sein - der Politik wird der Mut zu solchen radikalen Entscheidungen fehlen. Sie sind (noch) nicht populär. Der Ausweg aus diesem Dilemma: mit aller Kraft wenigstens die Technologien fördern, die eine günstige Klimabilanz haben. Unsere Kinder werden uns später fragen, warum wir nicht rechtzeitig reagiert haben. (Rheinische Post)

Die Beweise liegen auf dem Tisch, nun sind die Politiker gefordert. Tatsächlich scheinen viele durch den Klimaschock endlich wach gerüttelt. Die Bundesregierung will ein millionenschweres Sofortprogramm auflegen, der französische Staatspräsident Jacques Chirac fordert gar eine „ökologische Revolution“. Große Worte. Bleibt zu hoffen, dass ihnen Taten folgen. Wir sollten uns aber nicht nur auf die Politik verlassen, alle können ihren Beitrag leisten. Jede Energiesparlampe in der Wohnung, jede moderne Heizungsanlage, jeder Kilometer, den wir nicht mit dem Auto fahren, jeder Verzicht auf einen Urlaub mit dem Flugzeug verschafft der Erde etwas mehr Luft. Klimaschutz fängt im Kleinen an. (Stuttgarter Nachrichten)

Angesichts der Realität des Treibhauseffekts stehen drei Wege offen: Versuchen, der Erwärmung vorzubeugen, sie abzubremsen oder die Gesellschaft anzupassen. Für das erste ist es schon zu spät. Der zweite Weg, der des Kyoto-Protokolls, wirkt höchstens auf lange Sicht, wenn große Luftverschmutzer wie die USA und China sich auch anschließen. Selbst wenn alle derzeitigen Kyoto-Unterzeichner die Zielvorgaben einhielten, hätte das kaum einen Effekt auf die Temperaturerhöhung. Dass die Europäische Kommission die Werte noch strenger machen will, ist lobenswert, aber angesichts des langsamen Fortschritts wenig realistisch. Daher bleibt den Regierungen vor allem die Pflicht, die Gesellschaft so gut wie möglich vorzubereiten auf die Veränderung des Klimas und die Folgen, die sie für die Natur, die Landwirtschaft und den Wasserhaushalt haben wird.“ (de Volkskrant / Niederlande)

Sein erstes Ziel hat der Weltklimabericht bereits am Tag seiner Veröffentlichung erreicht: Er rüttelt die Weltöffentlichkeit auf. Er attestiert: Der vom Menschen verursachte Klimawandel ist da. Bis zum zweiten Schritt - dass die Staaten der Welt aus dem Bericht Konsequenzen ziehen und handeln -, bis dahin ist es aber noch ein langer Weg. Mit „lediglich“ zwei Grad plus in diesem Jahrhundert wird die Menschheit deshalb nicht davonkommen. (Rhein-Neckar-Zeitung)

Die Politiker, die jahrzehntelang die Vorboten des Klimawandels ignorierten, überbieten sich jetzt mit Warnungen und Absichtsbekundungen. Doch es wäre falsch, wegen ihrer bisherigen Untätigkeit mit dem Finger auf die Politiker zu zeigen. Auch die meisten Bürger waren nach Jahren des steigenden Umweltbewusstseins zuletzt kaum noch bereit, aus ökologischen Gründen auf etwas zu verzichten. Unsere Straßen sind voll von Sprit fressenden Vans, und gerade die jüngere Generation nutzt den Billigflieger, um Party auf Ibiza oder anderswo zu machen. (Frankfurter Neue Presse)

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