Prism-Informant Ed Snowden
Schüchterner Teenie und Computer-Fan

Ein zurückhaltender Computer-Spezialist lässt Amerikas Staatsapparat erzittern: Prism-Informant Edward Snowden hat ein unauffälliges Leben geführt – bis er sich mit den mächtigsten Geheimdiensten der Welt anlegte.
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Crofton/Elizabeth CityDie Motive, die den 29-jährigen Edward Snowden zur Enthüllung des geheimen Überwachungsprogramms „Prism“ trieben, geben den amerikanischen Politikern Rätsel auf. In seinem Lebenslauf finden sich kaum Hinweise darauf, dass er eines Tages hochvertrauliche Dokumente öffentlich machen und ins Ausland flüchten würde. Im Gegenteil: Die Snowdens sind eigentlich eine Familie im Staatsdienst.

Seine Mutter, Elizabeth Snowden, ist Verwaltungsangestellte am Bundesgericht von Maryland. Und sein Vater, Lonnie Snowden, war bei der US-Küstenwache, bevor er 2009 in Ruhestand ging. Seine ältere Schwester, Jessica Snowden, ist beim Federal Judicial Center in Washington beschäftigt, einer Bildungs- und Forschungseinrichtung für die Bundesgerichte.

Snowden selbst ist IT-Mitarbeiter, verbrachte ein paar Monate bei den Reservisten der Armee und hat nach eigenen Angaben für den US-Nachrichtendienst Central Intelligence Agency (CIA) gearbeitet.

Der jüngste Spross der Familie hat die High School nie abgeschlossen und für ein paar Jahre alleine in der Eigentumswohnung seiner Mutter in Ellicott City im US- Bundesstaat Maryland gelebt. Eine Nachbarin sagte, Snowden habe auf sie eher „ernst“ und „fleißig“ gewirkt – nicht der Typ, der Partys schmeiße und laute Musik höre. „Er war immer ziemlich ruhig, und er war immer am Computer“, sagte Joyce Kinsey im Telefoninterview mit Bloomberg.

Sie habe ihn „die ganze Nacht durch am Computer“ gesehen. Er habe stets gegrüßt, aber nie Blickkontakt hergestellt. Während in den USA nun Untersuchungen eingeleitet werden, wie Snowden die geheimen Dokumente kopieren und an die Medien weiterleiten konnte, stellen sich die Politiker im Kongress und Weißen Haus die Frage, warum Snowden dem Staat die Loyalität aufkündigte, der seine Familie ernährt. Der britischen Zeitung „The Guardian“ sagte Snowden, er habe die ausufernde Überwachung öffentlich machen und die „Grundfreiheiten“ schützen wollen.

Kommentare zu " Prism-Informant Ed Snowden: Schüchterner Teenie und Computer-Fan"

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  • Kurt Friedrich Gödel, österreichischer Mathematiker, stellte bei seinen Vorbereitungen zur Einbürgerung (1941) in die USA fest, dass die Verfassung des Landes insoweit unvollständig“ ist, als es trotz ihrer die Demokratie schützenden Einzelbestimmungen möglich ist, im Rahmen dieser Verfassung eine Diktatur zu errichten.

    Dies scheint geschehen zu sein !

    Er hat nie gesagt weshalb, aber er hatte es sofort gesehen.

  • Der Staat muß es genau wissen, daß es sie gibt, die sich nicht alles gefallen lassen und sind darum stets bemüht, solchen durch die "Dienste", das Leben zur Hölle zu bereiten. Mehr Courage täte dem ein oder anderen "Ungehorsamen" sehr gut zu Gesicht stehen.

    Mut war noch nie eine Verzweiflungstat von Bürgern, die sich jeden Morgen noch im Spiegel erkennen. Hochschleimen, das war die bisherige Kultur, trotzdem bestehen erhebliche Zweifel, daß sich dies in gelebter Umgebung ändern wird. Die Verblendung sieht so aus, wenn 40% von 60% eine einfache Mehrheit zur Regierungsbildung vorweisen. Etwas mehr Gefühl für die normalen Befindlichkeiten, dann hätte wenigstens in Deutschland, JEDERMANN den Anspruch in einer Demokratie zu leben.

    Die Masse schweigt und fährt täglich fort mit dem unsäglichen Zitat eines ehemaligen Sport- und Bimbeskanzlers, das da heißt: Weiter so Deutschland.

    Fehlt nur noch die Partei, die sich diesen Slogan zur Wahl wieder einfallen läßt oder es einfach bei den roten Socken beläßt, obwohl schwarze Socken entsorgt werden müssen, alleine schon des überstrapazierten Geruchs wegen.

    Die schönste ZEIT kommt mit der ZEIT für jeden, manchmal auch nur einmal im Leben.

  • Jetzt werden die Schakale ausschwärmen.
    Er wäre nicht der Erste, der einem bedauerlichen Unfall zum Opfer fällt.
    Obama reiht sich ein in die Phalanx der Schurken und alles unter dem Mäntelchen von Demokratie und Freiheit. Auf diese Art von Freiheit kann ich verzichten.

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