Privatisierung
Der große Ausverkauf der Heimat

Griechenland hat eine Treuhand-Agentur eingerichtet, die das Staatseigentum verkaufen soll. Darunter sind Häfen, Flughäfen und tausende Immobilien. Vor allem Staatsfonds aus China, Russland und Indien wollen einsteigen.
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Andreas Taprantzis verkauft seine Heimat, Stück für Stück. Er ist Vize-Chef der neuen Privatisierungsagentur Hellenic Republic Asset Development Fund und soll das Milliardenvermögen des griechischen Staates in den nächsten Jahren zu Geld machen – die Einnahmen sind fester Bestandteil des griechischen Entschuldungsprogramms. Es hängt also einiges ab von seiner Arbeit, doch die Voraussetzungen sind nicht gerade günstig: Für Investorengespräche kann der selbstbewusste Manager nur auf einen kargen Konferenzraum von nicht einmal zehn Quadratmetern zurückgreifen.

Noch ist die griechische Treuhand ein Improvisationsbetrieb. Knapp zwei Monate nach Gründung kämpft die Privatisierungsagentur mit vielen Anfangsschwierigkeiten. Die Atmosphäre sei wie bei einem Start-up-Unternehmen, erklärt Taprantzis. Aber er bleibt zuversichtlich: „Wenn wir demnächst in das neue Büro umgezogen sind, können wir richtig loslegen.“

Griechenlands Ausweg aus der Schuldenfalle ist eng verbunden mit dem Erfolg der Privatisierungsagentur. In den kommenden Jahren sollen Taprantzis und sein Team Milliarden mit dem Verkauf des Staatsbesitzes verdienen. Neben staatlichen Unternehmen, Häfen und Flughäfen zählen auch 100.000 Immobilien, die der öffentlichen Hand gehören, zum griechischen Tafelsilber. Die Troika aus Internationalem Währungsfonds, EU-Kommission und Europäischer Zentralbank verspricht sich Privatisierungserlöse von 46 Milliarden Euro. Ursprünglich hatten die Experten sogar mit Einnahmen von 66 Milliarden Euro aus dem Verkauf kalkuliert. Umso größer ist der Druck auf Taprantzis und seine knapp 30 Kollegen, möglichst bald Ergebnisse vorzulegen.

Andreas Taprantzis kennt die hohen Erwartungen: „Wir wissen, dass wir uns beeilen müssen.“ Die Troika erwartet Ergebnisse, erste Abschlüsse, „Tempo, Tempo, Tempo“, laute permanent die Ansage. Doch der Manager, der in den vergangenen Jahren Führungspositionen bei der griechischen Post und bei der Postbank hatte, dämpft die Hoffnungen auf schnelle Erfolge. „In diesem Jahr sind Privatisierungserlöse von etwa zwei Milliarden Euro möglich“, sagt Taprantzis. Das ist nicht einmal die Hälfte der ursprünglich bis Ende 2011 geplanten fünf Milliarden Euro. „Ein Privatisierungsprozess braucht mindestens sechs Monate“, erklärt er. Kommendes Jahr hofft er auf deutlich mehr Verkäufe, warnt aber: „Das hängt natürlich alles von der Marktlage ab.“

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  • Ein korruptes und unfähiges System, defizitäre Unternehmen,
    kaum Industrie,viel Geld aus dem Land genommen, die gebildete Klasse sucht auszuwandern, wie soll das in absehbarer Zeit umkehrbar sein?
    Es ist doch eine Zumutung, wenn Europa die fortwährenden
    Geldabwanderung ausgleichen soll und besonders Deutschland
    und die BK beschimpft werden was die Medien scheinbar noch unterstützen,

  • Nigeria, Uganda, Kongo etc. - na da scheint ja ein Buschmann international bestens informiert zu sein

  • Privatisierung in Griechenland ?? Na, dann viel Spaß. Wir haben vor gut 10 Jahren versucht, Investitionen in Windkraftwerke und Solarkraftwerke zu in GR zu starten.
    Ergebnis: totale Blockade der Behörden, Bestechungsaufforderung in astronomischer Höhe, totale Unternehmerblockade (Marktabsprachen) = ein völlig hoffnungsloser Fall.
    Und wer glaubt, dass sich die Mentatlität dort ändert, sollte in Generationen denken und nicht in wenigen Jahren. Das Land und sein System sind völlig marode, vergleichbar wie Nigeria, Uganda, Kongo etc.

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