Privatisierungen sollen weitergehen
Russische Regierung plant weitere Reformen

Die Wirtschaft stellt Wladimir Putin ein gutes Zeugnis aus: War Russlands Bruttoinlandsprodukt (BIP) in den 90er-Jahren unter Boris Jelzin um fast die Hälfte eingebrochen, wuchs es in den ersten vier Jahren der Präsidentschaft Putins um 29,8  %.

HB, MOSKAU.Und ein Ende des Wachstums ist – trotz aller Verunsicherungen rund um den angeschlagenen Ölkonzern Yukos – nicht auszumachen: So nahm das Bruttoinlandsprodukt im ersten Quartal 2004 um 8  % zu. Putins Wirtschaftsberater Andrej Illarionow verspricht seinem Dienstherrn sogar zweistelliges Wachstum, wenn die Reformen weitergetrieben würden und die Staatsquote von derzeit gut 40  % halbiert würde.

Russland hat in den vergangenen elf Jahren stolze 145  000 Firmen privatisiert und damit 9,7 Mrd. $ eingenommen. Der Wermutstropfen – gerade einmal so viel, wie alle russischen Touristen im vorigen Jahr im Ausland ausgaben. Bis 2008 sollen die letzten staatlichen Betriebe und Aktienpakete verkauft sein. In Staatshand sollen nur Unternehmen bleiben, die strategisch wichtig sind wie zum Beispiel Gas und Rüstungsfirmen.

Putin setzt damit den Umbau fort, den er mit den drastischen Steuersenkungen – auf 24  % für Unternehmen und auf 13  % bei privaten Einkommen – und der Landreform begonnen hatte, durch die erstmals seit der Oktoberrevolution 1917 wieder Grund und Boden gekauft werden kann.

Die Ernte konnte der Staatschef bereits einfahren: So stiegen die Auslandsinvestitionen zuletzt deutlich an, die Kapitalflucht ist zurückgegangen. Für dieses Jahr rechnet Finanzminister Alexej Kudrin erstmals damit, „dass netto mehr Geld nach Russland fließt“. Das wäre ein Durchbruch.

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