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PRO & CONTRA: Über Sinn und Unsinn einer Transaktionssteuer

In Deutschland streben nun auch die Unionsparteien eine Finanztransaktionssteuer auf europäischer Ebene an. Sie gehen damit auf Konfrontation zum Koalitionspartner FDP. Ist eine Transaktionssteuer ein geeignetes Instrument, um die Finanzbranche an den Kosten der Krise zu beteiligen und Börsenspekulationen einzudämmen?

PRO

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Mit dieser Finanzsteuer können alle Marktbereiche erfasst werden: der Handel mit Aktien, Devisen und Derivaten. Auch alle Marktakteure können eingeschlossen werden - von Banken über Hedgefonds und Versicherungen bis hin zu institutionellen Anlegern. Gerade Hedgefonds gelten wegen ihrer oft riskanten Wetten als mitverantwortlich für Krisen, die die gesamte Weltwirtschaft in Turbulenzen stürzen können.

Die Steuer trifft die mit schnellen Kapitalumschichtungen arbeitenden Spekulanten. Im Geschäft mit Finanzderivaten etwa können schon mit vergleichsweise kleinen Beträgen hohe Risiken eingegangen werden. Wird die Steuer auf die gesamte Risikosumme erhoben, macht sie die Spekulationen zudem unattraktiver.

Auch kann die Steuer sehr ergiebig sein. Bei einem Steuersatz von 0,01 Prozent auf Geschäfte mit Aktien, Devisen und Derivaten könnten weltweit 200 Mrd. Dollar im Jahr eingespielt, zitiert der IWF Expertenschätzungen. Wird sie im Sinne der "Tobin Tax" nur auf kurzfristige Devisenmarkt- und Derivate-Geschäfte in den wichtigsten Währungen ausgerichtet, wäre sie immer noch für bis 40 Mrd. Dollar im Jahr gut.

Mit einer Transaktionssteuer würden Finanzgeschäfte zudem steuerlich gleich gestellt mit der Realwirtschaft. Werden zum Beispiel Industriefirmen schon beim Kauf von Rohstoffen und Vorprodukten über die Mehrwertsteuer vom Staat zur Kasse gebeten, werden Spekulationen an den Börsen und Finanzgeschäfte bislang nicht besteuert - sondern nur die daraus erzielten Gewinne. Im Gespräch ist nun eine Transaktionssteuer von 0,05 Prozent des Wertes pro Vorgang.

CONTRA

Kritiker warnen, dass Banken und andere Finanzinstitute die Kosten für die Finanztransaktionssteuer einfach auf ihre Kunden abwälzen. Höhere Zinsen für Kreditnehmer sowie niedrigere Renditen für Sparer und Anleger wären dann die Folge. Verteuern sich Kredite für Unternehmen und Verbraucher aber, dämpft das Investitionen und privaten Konsum. Das Wirtschaftswachstum würde gedämpft, was Arbeitsplätze kosten kann.

Der Internationale Währungsfonds (IWF) formulierte deshalb auch: "Eine allgemeine Finanztransaktionssteuer scheint nicht gut geeignet zu sein, die vorgegebenen Ziele zu erreichen." Sie gilt Kritikern auch als zu grobkörnig, um spezielle Zielgruppen am Finanzmarkt zu treffen.

Gegen die Transaktionssteuer spricht auch, dass die Chancen für eine weltweite Einführung inzwischen stark gesunken sind.

Insbesondere die USA, der weltweit wichtigste Finanzmarkt, haben sich dagegen entschieden und wollen lieber eine Bankenabgabe.

Auch in Großbritannien werden andere Lösungen verfolgt. Wird die Steuer aber nicht in den wichtigen Wirtschaftsräumen erhoben, führt sie zwangsläufig zur Verlagerung von Finanzgeschäften in die nicht besteuerten Märkte. Würde sie also in Deutschland oder auch Europa eingeführt, könnten diese Geschäfte mit ihren Gewinnen und Steuern in andere Regionen abwandern. Auch Arbeitsplätze gingen dann verloren.

  • 22.05.2010, 15:39 UhrAnonymer Benutzer: Staudinger

    Wieso vergisst eigentich jeder dass die Mehrwertsteuer schon bezahlt wird auf Transaktionen?

    bei einer Transaktion an der Eurex fallen Transaktionsgebuehren an, auf welche Mehrwertsteuer bezahlt wird. Eine besteuerung auf den Transaktionsbetrag kommt einer besteuerung nach Gewicht zusätzlich und einer Doppelbesteuerung gleich. Vergleichen wir das mal mit Wissen - dieses Wissen ist 100'000 EUR wert, also muessen Sie fuer die Acquisition des Wissens 2000 EUR Steuern zahlen, obwohl man ja an der Uni schon Studiengebuehren bezahlt hat.

    Ausserdem, ganz ehrlich, das Geld welches dem freien buerger durch die Transaktionssteuer entzogen wird, bekommt der Staat. Anstatt endlich mal sauber zu wirtschaften werden neue Steuern erlassen - wie unfaehig sind eigentlich moderne Staaten?

    W

  • 19.05.2010, 00:51 UhrAnonymer Benutzer: selten dämlich!

    Eine sogenannte Tobin Steuer auf alle Transaktionen macht überhaupt keinen Sinn, weil sie extrem einfach umgangen werden kann, sofern sie nicht international eingeführt. Und mal im ernst: dazu wird es nie kommen.

    Diejenigen, die man mit einer solchen Steuer "bestrafen" möchte tätigen ihre Transaktionen einfach in einem Land, wo es diese Steuer nicht gibt. Und davon wird es genügend geben.

    Gerade Kapital ist unglaublich einfach zu verschieben, weshalb diese Steuer wahrscheinlich ins Leere läuft und schlimmstenfalls Schaden anrichtet.

    im Grunde dient diese Steuer primär dazu den Stammtisch das Gefühl zu geben, dass die "bösen" Spekulanten, die keinesfalls Auslöser sondern höchstens beschleuniger einer Krise sind, bestraft werden.
    Statt die Ursachen sinnvoll anzugehen wird hier reine Symbolpolitik betrieben!

  • 18.05.2010, 22:53 UhrAnonymer Benutzer: Bänkster

    Zitat:"Werden zum beispiel industriefirmen schon beim Kauf von Rohstoffen und Vorprodukten über die Mehrwertsteuer vom Staat zur Kasse gebeten..."

    Das stimmt aber so nicht, denn die Mehrwertstuer ist eine Endverbrauchssteuer und entrichtet wird sie beim Endverbraucher, beim Kauf der Waren.

    Mehrwertsteuer die ein Unternhemen "ausgibt" bekommt es vom Finanzamt zurück bzw. können diese z.b. wie auch bei Händlern verrechnet werden. So werden die Mehrwertsteueraufwendungen der Unternehmen mit den Einnahmen verrechnet.
    .....
    Deshalb spricht man auch davon, dass die Mehrwertsteuer für Unternehmen ein durchlaufender Posten ist.

    Wer mehr Wissen möchte, hier ist ein Link:
    http://www.finalex.de/lexikon/umsatzsteuer-und-mehrwertsteuer.html

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