Prochorow-Kandidatur
Russische Zeitungen wittern Strategie des Kreml

Die Kandidatur von Michail Prochorow bei der russischen Präsidentschaftswahl könnte Medienberichten zufolge auf einem Plan des Kreml beruhen. Der Milliardär könnte demnach zum Abfangen von Protestwählern dienen
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MoskauDie Kandidatur des russischen Milliardärs Michail Prochorow bei der Präsidentschaftswahl im kommenden Jahr könnte Medienberichten zufolge eine Strategie des Kremls sein. Nachdem Prochorow am Montag überraschend seine Kandidatur angekündigt hatte, äußerten mehrere russische Zeitungen am Dienstag den Verdacht, dass der Kreml mit der Aufstellung des Milliardärs erreichen wolle, Protestwähler gegen den Ex-Präsidenten und derzeitigen Ministerpräsidenten Wladimir Putin abzufangen, der 2012 wieder Präsident werden will. Prochorows Ankündigung kam zu einem Zeitpunkt, zu dem Russland von Massenprotesten der Opposition gegen das umstrittene Ergebnis der Parlamentswahl vom 4. Dezember erschüttert wird.

Prochorows Kandidatur komme für Putin nicht unerwartet, zitierte die Zeitung „Wedomosti“ eine Quelle im Kreml. Der Geschäftsmann habe den Kontakt zu Putin und dessen Führungszirkel gehalten. Prochorows Kandidatur sei eine „taktische Entscheidung“, die darauf abziele, nach den Protesten der vergangenen Woche Spannungen in der Gesellschaft abzubauen. Experten zufolge versuchten die Behörden, die Proteststimmung im Land zu schwächen.

Die Online-Zeitung Gaseta.ru wies darauf hin, dass Prochorows Ankündigung nur wenige Wochen nach einem öffentlichen Bruch mit dem Kreml kam. Experten seien überzeugt, dass Prochorow wegen der Proteste entweder vom Kreml vorgeschoben wurde, oder dass seine Kandidatur nicht registriert werde. Die Zeitung „Kommersant“ schrieb, dass einige froh seien, dass es einen Kandidaten für Protestwähler gebe, andere aber sicher seien, dass es sich um einen Kreml-Plan handele. Prochorow schaffte es mit der Schlagzeile „Der Milliardär geht in die Politik“ sogar auf die erste Seite der Kreml-freundlichen „Komsomolskaja Prawda“ - eine seltene Ehre für einen Herausforderer Putins.

 

afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Prochorow-Kandidatur: Russische Zeitungen wittern Strategie des Kreml"

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  • Naaaa... Russland ist doch reich genug um mehr Machtfiguren füttern zu können als an einem Tisch friedlich sitzen können. Die schubsen sich halt gegenseitig andauernd... Ist doch überall so oder?

  • Naaaa... Russland ist doch reich genug um mehr Machtfiguren füttern zu können als an einem Tisch friedlich sitzen können. Die schubsen sich halt gegenseitig andauernd... Ist doch überall so oder?

  • Wie können russische Zeitungen etwas wittern ? Ich dachte in Russland gibt es keine freie Presse ?? Mein Weltbild bricht zusammen...

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